Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Natur im Landkreis Oldenburg Landkreis kümmert sich verstärkt um Artenvielfalt

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 13.09.2017, 20:05 Uhr

Mit Wildkräutern und-blumen verschwinden Insekten. Im Landkreis Oldenburg soll ein „Markt der Möglichkeiten“ die Trendwende einleiten.

Hier gibt es Blühstreifen, da artenreiche Biotope und dort Insektenhotels, aber das reicht den Umweltpolitikern des Kreistags nicht im Wettlauf mit dem auch im Landkreis Oldenburg erkennbaren Artenschwund. Im Umweltausschuss haben Politik und Verwaltung jetzt einhellig festgestellt, dass das Kreishaus der richtige Ort ist für die Vernetzung bisher nebeneinander herlaufender Aktivitäten und Akteure. Für den Austausch von Informationen soll die Internet-Präsenz des Landkreises besser genutzt werden. Und es ist angeregt worden, einen „Markt der Möglichkeiten“ als Informationsquelle und Aktionsplattform auszurichten.

Nahrungsquellen verschwinden

Mandy Wolfrath vom Amt für Naturschutz und Landschaftspflege ist im Kreishaus die Ansprechpartnerin Nummer eins, wenn es um Fragen der Artenvielfalt geht. Sie regte im Fachausschuss mit einer Bestandsaufnahme über Insekten mit immer weniger Nahrungsquellen in der aufgeräumten Landschaft eine lebhafte Diskussion an. So erinnerte der Landtags- und Kreistagsabgeordnete Axel Brammer (SPD) nicht nur an Fahrten vor 30 Jahren mit insektenverschmierten Windschutzscheiben; er wies auch auf großzügig ausgestattete Förderprogramme des Landes für Private und für die öffentliche Hand hin.

25 Sorten mit Nährwert für Insekten

Wolfrath lobte die Naturschutzstiftung des Landkreises für ihre Samentüte „25 Jahre – 25 Sorten“, die im Jubiläumsjahr verteilt werden und zur Verbreitung heimischer Blütenpracht und Pollenvielfalt mit Nährwert für Insekten beitragen sollen. Nach Selbstversuch im eigenen Garten äußerte sich die Abgeordnete Andrea Oefler (SPD begeistert über die Mischung aus Kräutern, Kleesorten und Gräsern. Umweltdezernentin Eva-Maria Langfermann bremste die Euphorie mit dem Hinweis, die Mischung sei teuer und nicht einfach zu handhaben.

Blühstreifen mit Folgen

Aus eigener Erfahrung berichtete Wilfried Siems (CDU), warum Landwirte trotz finanzieller Entschädigung aus dem Blühstreifenprogramm am Ackerrand aussteigen: Die Saatmischung kann Sorten enthalten, die sich unerwünscht auf dem ganzen Acker ausbreiten. „Die Probleme haben wir im nächsten Jahr“, sagte Siems. Sonja Plate (CDU) und Landvolk-Vertreter Franz-Josef Dasenbrock empfahlen, mit dem Saatenfachhandel verbesserte Mischungen zu entwickeln.

Markt der Möglichkeiten

Den „Markt der Möglichkeiten“ kündigte Langfermann für das Frühjahr 2018 an. „Der Landkreis muss nicht der Aktivist sein. Dafür haben wir die Vereine, Verbände und Initiativen“, betonte sie. Deutlich angesprochen werden sollen auch und vor allem die Besitzer von Gärten in Wohngebieten: Bunte Pflanzenmischungen für Schmetterling & Co. statt steriler Versiegelung und Rasen. Ansonsten eignen sich laut Langfermann vor allem große Ausgleichsflächen für die Förderung der Artenvielfalt.