Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Naturschutz im Hasbruch Graf rettete den Urwald im Hasbruch

Von Reiner Haase | 15.01.2016, 16:11 Uhr

Der Wandel des Naturschutzes im Laufe der Jahrhunderte wird im Hasbruch erkennbar. Wissenschaftlerin Becker schildert das in einem Vortrag im Rathaus.

Schweinehirten, Graf Anton Günther, Napoleon und die Nationalsozialisten – sie alle haben mit dem Naturschutz im Hasbruch zu tun. Für die Erläuterung der Zusammenhänge holt das Naturbündnis Hasbruch die Wissenschaftlerin Carola Becker nach Ganderkesee. Der Hasbruch spiegele wesentliche Etappen der Naturschutzgeschichte des Oldenburger Landes wieder, erklärt die Oldenburgerin vorab. „Naturschutz hat ganz viel mit Heimat zu tun“, ergänzt Becker.

Von Romantik bis Natura 2000

Die Referentin nimmt am Dienstag, 19. Januar, im Sitzungssaal des Ganderkeseer Rathauses Jahrhunderte in den Zeitraffer. Sie berichtet vor allem über die Geschichte des Naturschutzes seit der Romantik vor 200 Jahren bis zur Neuzeit des Hasbruchs als Teil des europäischen Naturerbes und des Netzes „Natura 2000“. Sie nennt Beispiele: Graf Anton Günther und seine Nachfahren in der Oldenburger Adelsfamilie haben zum Schutz der Bäume Rindvieh und Schweine aus Teilen des Waldes ausgesperrt und „Ausschlussholzung“ verfügt. Die Folgen sind am besten im „Urwald“ des Hasbruchs zu erkennen. Und zu Zeiten der Nationalsozialisten wurde das erste vollgültige Naturschutzgesetz erlassen.

Mais bis zum Waldrand

Becker stellt auch dar, dass sich im Laufe der Jahrhunderte verändernde Arten der Landnutzung weniger vom Naturschutz, in der Hauptsache von Politik, Wirtschaft und sozialen Verhältnissen bestimmt werden. „Naturschutz geht nahtlos in intensive Nutzung über, Maisfelder grenzen an den Waldrand. Ein Puffer extensiver Nutzung wäre schön“, sagt Heiko Ackermann vom Hasbruch-Verein, der Becker nach Ganderkesee eingeladen hat.