Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Naturschutz im Hasbruch Im Hasbruch ist die Waldinventur fällig

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 30.05.2017, 19:52 Uhr

Alle zehn Jahre ist im Hasbruch eine Waldinventur fällig. Sie liegt dem nächsten Bewirtschaftungsplan zugrunde. Zustandsverschlechterungen sind verboten.

Die 600 Hektar Wald im Hasbruch werden zurzeit einer gründlichen Inventur unterzogen. Die Diplom-Forstingenieurin Katja von Münster und vier Kollegen durchstreifen abgesteckte Flächen und erfassen die Lebensraumtypen. Noten werden gleich mitverteilt; sie reichen von A wie Sehr gut über B wie Befriedigend bis zu C wie Mangelhaft. „Erst wird identifiziert, dann bewertet“, erläutert von Münster ihre Arbeit.

Alle zehn Jahre Biotopkartierung

Die Bestandsaufnahme, auch Biotopkartierung genannt, sei alle zehn Jahre fällig, berichtet Rainer Städing, der Pressesprecher der Landesforsten. Sie bringe mit anderen Vorarbeiten den Stoff für einen neuen Bewirtschaftungsplan als Grundlage dafür, dass der Hasbruch bleibt, was er seit 20 Jahren ist: ein Naturschutzgebiet, anerkannt nach der Flora-Fauna-Habitat-(FFH-)Richtlinie der Europäischen Union.

Striktes Verschlechterungsverbot

„Es kann durchaus sein, dass der Bewirtschaftungsplan vorschreibt, dass diese Buche entfernt werden muss, weil sie in die Krone der Eiche gewachsen ist“, sagt Städing unter zwei recht eng benachbarten Baumriesen. „Die Anerkennung als FFH-Gebiet beinhaltet ein Verschlechterungsverbot. Wir können den Zustand des Waldes verbessern, dürfen aber nichts verkommen lassen. Kommen wir unseren Verpflichtungen nicht nach, drohen Strafzahlungen an die EU“, ergänzt er.

Qualitätsmerkmal Totholz

Verschlechterungen können sich laut von Münster aus zu starker Entwässerung ergeben oder aus zu starker Entfaltung fremdländischer Bäume. Ein Qualitätsmerkmal guten Naturwaldes sei ein hoher Anteil alter Bäume und toten Holzes. Für den vom Aussterben bedrohten Käfer Eremit und seinen nahen Verwandten, den Edelscharrkäfer, gibt es die auch Habitatbäume genannten Veteranen in ausreichender Anzahl und Dichte: Sie wurden bei der Inventur vor zehn Jahren gefunden, und von Münster hat die typisch gewickelten Kotballen des Eremiten auch jetzt wieder entdeckt, obwohl sie für den genauen Blick auf einzelne Arten gar nicht zuständig ist. Sie typisiert die Lebensräume, und das ist im Hasbruch zu über 60 Prozent der Stieleichen- und der Eichen-Hainbuchenwald.