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Neu im Ganderkeseer Rat Ratsherr Timo Spille möchte „nichts halbherzig machen“

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 03.10.2016, 21:14 Uhr

„Neugierig und aufgeregt“, beschreibt der neue Ratsherr Timo Spille (CDU) seine Gefühle. Neben seinem Job ist der 37-jährige Familienvater bereits in einigen Vereinen aktiv – der Rat stellt eine neue Herausforderung dar.

Ganz neu ist das politische Geschehen in Ganderkesee für Timo Spille (CDU) nicht. Seit 2013 ist er Vorsitzender des Gemeindeelternrats. In dieser Funktion hat er bereits an Fachausschussitzungen teilgenommen. „Ich kenne es schon, nun interessiert es mich, direkt vor Ort mitzuwirken und etwas zu bewegen“, erzählt der 37-Jährige. Als neuer Ratsherr wechselt er von der Seite des Redners und Zuhörers auf die Seite des Entscheiders.

Um die letzte Jahreswende herum hatten Bekannte verschiedener Parteien ihn angesprochen, ob er nicht politisch aktiv werden möchte. Letztlich entschied er sich, für die CDU Liste bei der Ratswahl anzutreten. Sein außerberufliches Engagement neben seiner Arbeit als Rechtspfleger am Delmenhorster Amtsgericht ist vielfältig: Neben dem Vorsitz im Gemeindeelternrat ist Spille noch im Vorstand des Orts- und Verkehrsvereins und in anderen Ganderkeseer Vereinen, wie dem Schützenverein Schönemoor, aktiv. Einiges davon werde wegen den kommenden Aufgaben im Rat auf der Strecke bleiben. „Ich möchte nichts halbherzig machen und das würde dabei rauskommen, wenn man überall ein bisschen aktiv ist“, meint der neue Ratsherr.

Betreuungskonzept verbessern

Alles im Bereich Soziales, Kinder und Jugend, Sport und Bildung liegt dem 37-Jährigen besonders am Herzen. „Ich möchte in die Bereiche, die mich interessieren, reinwachsen“, sagt Spille, danach könne er sich – Schritt für Schritt, wie er sagt – auch auf Sachen konzentrieren, die für ihn eher neu sind. „Mein persönliches Ziel ist es, die Betreuungsqualität zu erhöhen“, erklärt der Rechtspfleger. Die Erhöhung von bislang zwei auf drei Fachkräfte pro 25 Kinder im Kindergarten schwebt ihm als konkrete Idee vor Augen.

Ganderkesee sei eine typische Familiengemeinde, attraktiv gerade für junge Familien – zu denen auch seine Frau und er mit ihren vier und sieben Jahre alten Kindern gehören. Dennoch gebe es hier und da noch „Stellschrauben, die es nachzujustieren gilt.“ Auch in der Gemeindeentwicklung sieht der Ratsherr einen stetigen Handlungsbedarf. Ein Einzelhandelskonzept sei notwendig, um dem Leerstand in Ganderkesees Ortsmitte entgegenzuwirken. „Das Wichtigste ist der konstruktive Dialog, auch über Parteigrenzen hinweg“, findet Spille.

Familie unterstützt seine politische Arbeit

Voraussetzung für seine Kandidatur sei die Bereitschaft seiner Familie gewesen, ihn bei diesen Aufgaben zu unterstützen. „Meine Frau trägt andere Dinge, während ich im Rat bin“, sagt Timo Spille. Viel Zeit für Hobbys bleibe nicht mehr, sagt der passionierte Motorradfahrer und Gartenfreund.