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Neubau für DRK-Rettungsschule Huder Rat bleibt bei Bürohaus-Neubau auf Kurs

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 15.12.2016, 23:10 Uhr

Die Mehrheit im Huder Rat will jeden Zweifel am Rettungszentrum in der Ortmitte vermeiden. Dafür wird auch der Aufbau des Schuldenbergs in Kauf genommen.

Die SPD ist im Huder Gemeinderat mit dem Antrag gescheitert, die Planungen für den Bau eines Bürogebäudes neben dem Rathaus und dem DRK-Gebäude auf Eis zu legen. SPD-Fraktionschef Dr. Niels Weller forderte vergebens, erst einmal mehr Klarheit über die Anforderungen des DRK-Kreisverbands, der Polizei und der Gemeindeverwaltung zu gewinnen.

Gemeinde soll zügig weiterverhandeln

Dagegen stand die Mehrheit von CDU, FDP und Freien Wählern sowie Bürgermeister Holger Lebedinzew. Sie setzte den Auftrag an die Verwaltung durch, die Verhandlungen mit dem DRK, der Polizei und dem Landkreis Oldenburg über die Rettungswache und die Nutzung der Räume im Neubau zügig fortzusetzen. In Januar und Februar 2017 sollen verbindliche Zusagen aller Beteiligten erreicht sein. Gegenstandslos ist somit der SPD-Antrag, den Ratsbeschluss aus der Oktober-Sitzung aufzuheben. Damals hat sich Hude gegenüber dem DRK verpflichtet, im Neubau bis Sommer 2018 Räume für die Erweiterung der Rettungsschule zu vermieten.

Hude geht in rote Zahlen

Der Neubau werde rund zwei Millionen Euro kosten, sagte Lebedinzew in der Ratssitzung. Die scharf geführte Debatte darüber war gestern Abend verflochten mit der Debatte über den Gemeindehaushalt 2017. Nach etlichen Jahren will Hude sich wieder deutlich – dem Vorsitzenden des Finanzausschusses Dennis Schneider zufolge um 3,5 Millionen Euro – verschulden. „Wir haben uns in den letzten Jahren zu Tode gespart“, sagte Wilfried Siems (CDU) mit Blick auf sanierungsbedürftige Gebäude und Straßen. „Im Vergleich zu anderen Kommunen stehen wir mit einer Pro-Kopf-Verschuldung unter 500 Euro im dunkelgrünen Bereich“, ergänzte er. Marlies Pape (FDP) zeigte eine simple Rechnung auf: „Wenn ich weniger investiere, habe ich auch weniger Vermögen.“

Schuldendeckel abgelehnt

Anders sehen das die Grünen. „Großzügigkeit kann uns teuer zu stehen kommen“, mahnte Michael Grashorn. Seine Fraktionskollegin Kirsten Neuhaus warnte davor, dass der Rat beim Aufbau eines neuen Schuldenbergs die politische Handlungsfähigkeit verliert. Der Antrag der Grünen, die Schulden bei fünf Millionen Euro zu deckeln, wurde von CDU, FDP und Freien Wählern abgelehnt. Diese Parteien setzten auch den Haushaltsplan 2017 durch.