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Neubesetzung steht bevor Nur eine Bewerberin für Pfarrstelle in Ganderkesee

01.12.2015, 11:05 Uhr

Als einzige Kandidatin für die die zweite Pfarrstelle in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ganderkesee hat sich Irene Schlawin am Montagabend dem Gemeindekirchenrat vorgestellt.

Sie ist zwar die einzige Kandidatin. Auch möchte Irene Schlawin „wahnsinnig gern“ die zweite Pfarrstelle in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ganderkesee besetzen. Andererseits möchte sie, dass die Gemeinde sie nur dann zur Nachfolgerin Michael Kalischs wählt, wenn sie auch wirklich mit ihr zusammenarbeiten möchte.

„Will keine Notlösung sein“

Denn eine „Notlösung“ wolle sie nicht sein, erklärte Schlawin am Montagabend dem Gemeinderat. Am kommenden Sonntag, ab zehn Uhr, wird Schlawin den Gottesdienst zum Zweiten Advent in der St. Cyprian- und Cornelius-Kirche gestalten. Danach muss sich die Gemeinde entscheiden.

Dem Gemeinderat hat sich die 54-jährige Pfarrerin aus dem Ruhrgebiet bereits am Montagabend ausführlich vorgestellt. Seit 1992 füllt die gebürtige Erkelenzerin eine Pfarrstelle in Hückelhoven (nahe Mönchengladbach) aus, studierte zuvor Theologie in Bonn, Münster und Wuppertal. Sie ist verheiratet und hat einen 29-jährigen Sohn.

„Noch mal was Neues beginnen“

Gern wolle sie noch einmal etwas Neues beginnen, berichtete Schlawin. Auch habe sie schon lang mit ihrem Mann beschlossen, in den Norden Deutschlands zu ziehen. Zudem reize sie an der vakanten Pfarrstelle, dass sie in Ganderkesee nicht allein, sondern mit zwei weiteren Pfarrerinnen arbeiten könne. Die Jugendarbeit sowie jene mit Senioren gab Schlawin als ihre bisherigen Schwerpunkte an. Sie ist nicht nur im Vorstand eines evangelischen Altenheims tätig, sondern hat außerdem vor einigen Jahren eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin absolviert.

„Große Freundin der Ökumene“

Vor dem Gemeinderat gab sich Schlawin als große Freundin der Ökumene, zumal durch die Kooperation von katholischen und evangelischen Gemeinden der Gestaltungsspielraum beider Seiten erheblich wachse, könne man doch gemeinsam Angebote schaffen, die für eine Seite allein nicht zu bewältigen wären, etwa in der Betreuung von Senioren. Sie wolle aber auch nicht zu viel versprechen: Die Ökumene lebe von beidseitigem Interesse, und sie müsse sich erst noch ein Bild von den Gegebenheiten in Ganderkesee machen.

Schlagfertig reagierte Schlawin auf die Frage ihrer Kollegin Susanne Bruns, was sie eigentlich nicht gern mache: Auf die Geschäftsführung und den damit verbundenen Papierkram, den sie derzeit bewältigen müsse, verzichte sie gern. Dieser sei in Ganderkesee bei der ersten Pfarrstelle angesiedelt, bei Bruns.