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Neue Einzel- und Doppelzimmer Oktoberfest im Wichernstift zur Begrüßung

Von Alexander Schnackenburg | 17.10.2015, 09:21 Uhr

Oktoberfest mit der Musik des Harmonika Clubs Hatten im Wichernstift: Am Freitag feierten die Bewohner des Stifts und ihre Angehörigen die Einweihung acht neuer Einzel- und dreier Doppelzimmer.

Damit hat das Wichernstift seine Kapazität auf derzeit 98 Plätze ausgebaut und konnte „nebenbei“ zehn neue Arbeitsplätze schaffen. Erst im Jahr 2013 hatte das Stift seine Kapazitäten von 70 auf 84 Plätze erhöht.

Vor Stigmatisierungen schützen

Das Wichernstift, das im Kern auf an Demenz erkrankte Bewohner spezialisiert ist, bietet seinen Bewohnern nun auch 28 so genannte integrative Plätze an. Wie Heimleiter Friedrich Mohn erläutert, unterscheidet sich das Stift konzeptionell von anderen Pflegeheimen in der Region dadurch, dass es die Bewohner, je nachdem, wie rege sie geistig sind, in unterschiedliche Pflegebereiche einteile. „Schwer an Demenz erkrankte Bewohner brauchen mehr Schutz vor der Außenwelt als minder schwer erkrankte“, so Mohn; man müsse sie vor Stigmatisierungen schützen.

Umgekehrt hätten Senioren, die gar nicht oder nur leicht an Demenz erkrankt seien, vor nichts mehr Angst, als sich so zu entwickeln, wie die schwer dementen Bewohner. Es sei daher für alle Beteiligten sinnvoll, zu differenzieren.

Renovierter Wohnbereich auf dritter und vierter Etage

Die neuen Doppel- und Einzelzimmer befinden sich in einem renovierten Wohnbereich auf dritter und vierter Etage und sind für pflegebedürftige Bewohner gedacht, die nicht oder nur leicht an Demenz erkrankt sind. Mohn geht davon aus, dass ihre Zahl in den kommenden Jahren überall steigen werde – nicht nur infolge des demografischen Wandels, sondern auch, weil das seitens der Politik immer wieder propagierte Konzept „ambulante Betreuung vor Pflege“ zusehends an seine Grenzen stoße. Zwar sei richtig, dass die meisten Menschen so lang wie es nur gehe, in ihrem angestammten Zuhause leben wollten. Allerdings hätten die Angehörigen immer öfter gar nicht die Zeit oder verfügten ihrerseits nicht (mehr) über die nötige Gesundheit, um sie zu pflegen und zu betreuen. Auch deswegen werde der Bedarf an stationärer Pflege unweigerlich steigen. Das Wichernstift plane, seine Kapazitäten mittelfristig auf 112 Plätze zu erweitern.