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Neue Fahrzeuge für Feuerwehren Gemeinde Ganderkesee investiert kräftig in Brandschutz

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 04.07.2016, 14:37 Uhr

Die Gemeinde investiert in den nächsten Monaten kräftig in den Fuhrpark ihrer Ortsfeuerwehren.

Trotz bester Pflege müssen auch Feuerwehrfahrzeuge irgendwann erneuert oder doch wenigstens generalüberholt werden. Mit einer Leihdrehleiter hat die Verwaltung nun übergangsweise eine Lücke bei der Ortsfeuerwehr Ganderkesee geschlossen, nachdem das eigene Hubrettungsfahrzeug eine so große Anzahl an Mängeln aufwies, dass es zuletzt nicht mehr für Einsätze genutzt werden konnte.

Reparatur günstiger als Neukauf

Jetzt wird die Drehleiter, Baujahr 1997, aufwendig repariert, was nach Gutachtermeinung wirtschaftlich noch sinnvoll ist.

Zuletzt war von Reparaturkosten in Höhe von 150.000 Euro ausgegangen worden. Kein Schnäppchen, doch für eine Neuanschaffung wurden mindestens 650.000 Euro veranschlagt. „Die wichtigste Aufgabe für eine Drehleiter am Einsatzort ist die Menschenrettung“, erläutert der stellvertretende Ganderkeseer Ortsbrandmeister Matthias Torunski die Bedeutung des Fahrzeugs für den lokalen und weiteren Brandschutz.

Um die genaue Höhe der Reparaturkosten festzustellen, ist die Drehleiter inzwischen ins Karlsruher Werk des Herstellers Rosenbauer gebracht worden. Vor Ort wird das Fahrzeug dann teils zerlegt, überprüft und überholt. Die Rücküberführung des unverzichtbaren Rettungsfahrzeuges soll im Oktober erfolgen.

Leiter auch bei Unwettern benötigt, davon gibt es immer mehr

Die Brisanz: Ganderkesees Drehleiter ist neben dem Leiterwagen der Feuerwehr der Stadt Wildeshausen die einzige im gesamten Landkreis. Und in unmittelbarer Nähe verfügen nur noch die Feuerwehren der Stadt Delmenhorst über derartige Hubrettungsfahrzeuge. „Das würde im Falle von schweren Unwettern, wie wir sie im letzten Jahr hatten, nicht reichen“, betont Torunski. Denn bei solchen Großlagen würden die benachbarten Feuerwehren die Leitern ja selbst benötigen, so der stellvertretende Ortsbrandmeister.

2018 weitere Fahrzeuge für den Ort Ganderkesee

2018 erhalten die Ganderkeseer Kameraden dann Ersatz für ihren betagten Mannschaftsbus; die veranschlagten Kosten: 50.000 Euro. Deutlich kostspieliger wird es 2019, wenn dort der alte Schlauchwagen ersetzt wird. Für dieses Fahrzeug sind etwa 250.000 Euro eingeplant.

Falkeburger Feuerwehr ist schon im Herbst dran

Auch für die Ortswehr Falkenburg sind zwei neue Fahrzeuge in der Beschaffung: Neben einem Mannschaftsbus (70.000 Euro) wird in diesem Herbst wohl auch noch ein Löschgruppenfahrzeug (Typ LF 10, 286.000 Euro) eintreffen. Das teuerste Fahrzeug geht im kommenden Jahr nach Bookholzberg.

300.000 Euro für den Katastrophenschutz

Die Freiwillige Feuerwehr Bookholzberg erhält 2017 ein Katastrophenschutz-Löschgruppenfahrzeug (LF 20), das auch ganz praktische Vorteile für kleinere Einsätze bietet: Weil in den ländlich geprägten Bauerschaften rund um den Ort die Löschwasserversorgung schwierig ist, hat das geländegängige Fahrzeug zusätzliche Schläuche an Bord. Bis zu zwei Kliometer zur nächsten Wasserentnahmestelle können so überbrückt werden. Die Ausstattung des LF 20 hat ihren Preis: 300.000 Euro sind 2017 fällig. Noch in der Planung ist ein Sonderfahrzeug für die Ortsfeuerwehr Schierbrok-Schönemoor . Nicht erst seit dem Zugunfall am Bahnübergang Hohenkamp im November 2015 in Rethorn fordert die Ortswehr eine Lösung zur Schienenrettung. Bislang hält nur das Technische Hilfswerk Hude-Bookholzberg einen solchen Rüstsatz vor.