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Neue Interessenvertretung Landwirte im Landkreis Oldenburg gründen Kreisverband

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 23.03.2016, 19:02 Uhr

„Junglandwirte“ auf dem Vormarsch: Am Dienstagabend haben sie in Kirchhatten den 26. niedersächsischen Kreisverband gegründet. Mit Jana Eilers aus Schönemoor stammt die zweite Vorstandsvorsitzende aus Ganderkesee.

Dietz Wiechers aus Dötlingen mühte sich zwar, den Ball flach zu halten: Es gelte keinen Verein zu gründen, lediglich einen Arbeitskreis, einen losen Zusammenschluss, so der Initiator des Treffens in der Kirchhatter Gaststätte „Zum Deutschen Haus“. Spätestens das Referat des niedersächsischen Landesvorsitzenden der Junglandwirte, Eric Brenneke, aber machte deutlich, dass es durchaus um etwas ging: Am Dienstagabend gründeten die Junglandwirte Niedersachsen mit dem Oldenburger Kreisverband ihren zugleich 26. Ableger.

Zum Vorsitzenden des neunköpfigen Vorstands wählten sie Wiechers. Zur zweiten Vorsitzenden kürten sie die 26-jährige Jana Eilers aus Schönemoor. Sie möchte in ihrer neuen Funktion das Image der hiesigen Landwirtschaft aufpolieren, glaubt etwa, dass das Tierwohl ihren Kollegen viel stärker am Herzen liege, als sich dies in den Medien spiegle. So seien die Ställe weithin heller und luftdurchströmter als die Öffentlichkeit aufgrund diverser YouTube-Videos offenbar glaube, so Eilers gegenüber unserer Zeitung.

Jede Gemeinde aus dem Landkreis im Vorstand vertreten

So wie Ganderkesee durch Eilers, ist jede der neun Gemeinden des Landkreises mit einem Gesicht im Vorstand vertreten. Für Delmenhorst etwa hat Torben Hakemann die Wahl angenommen. Wie Brenneke seinen gut 70 Zuhörern sagte, sei der Bauernverband sehr bemüht darum, Junglandwirte einzubinden. Diese Chance gelte es zu nutzen, um etwas zu bewirken. Brenneke berichtete von Fortbildungen, die der Landesverband seinen Mitgliedern anbiete, sowie vom alljährlichen Junglandwirtetag. Er hob hervor, dass die Junglandwirte Niedersachsen einen produktionsunabhängigen Zusammenschluss bildeten, also sowohl Landwirte mit konventionellen als auch solche mit Öko-Betrieben zu den Mitgliedern zählten, wenn Letztgenannte auch eine Minderheit bildeten.

Keine Konkurrenz für bestehende Zusammenschlüsse

Noch vor der offiziellen Gründung des Junglandwirte-Kreisverbands Oldenburg hatte Dietz Wiechers seinen Kollegen schon einmal erläutert, worin er die Ziele des Verbands sieht. Vor allem, so Wiechers, komme es darauf an, für eine noch stärkere Vernetzung der Landwirte im Kreis Oldenburg zu sorgen, auch, um gemeinsame politische Interessen wirksamer vertreten zu können. Zuvor aber müssten sich die Landwirte allen Seiten gegenüber offen präsentieren, mit den Verbrauchern ebenso das Gespräch suchen wie mit Tierschützern oder Bio-Verbänden. Auch gelte es, eigene Vorschläge zur Verbesserung der Landwirtschaft allgemein wie der Tierhaltung im Besonderen zu entwickeln.

Den Anfang sollen gemeinsame Veranstaltungen bilden, etwa Schlachthof-Besuche oder auch solche einer Molkerei. Auch ein kollektiver Grillabend mit dem Landvolk und den Landfrauen schwebt Wiechers vor. Wichtig sei schließlich auch, dass keine dieser bestehenden Institutionen die Junglandwirte als Konkurrenz betrachte.