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Neue Nutzung für Kirchen-Areal Falkenburger Lutherstift wird zu Ort der Inklusion

Von Thorsten Konkel | 24.03.2015, 07:37 Uhr

Wohnen, leben, arbeiten mit oder ohne Beeinträchtigung: NORLE, der Verein „Kurs 2050“ und die LEB setzen in Falkenburg große Pläne um.

Schon fast drei Jahre steht das Anwesen des ehemaligen Lutherstifts mit seinen sieben Gebäudeteilen im Eigentum der Landeskirche Hannover leer. Jetzt wollen es gleiche mehrere Akteure ab 1. Juli gemeinsam mit Leben erfüllen, der Verkauf gilt als fast besiegelt. Neben einer geänderten Nutzung soll das 40 Hektar große Gelände auch einen neuen Namen erhalten.

Der Name „Lutherstift“ wird aufgegeben

„Abgemacht wurde mit der Landeskirche, den Namen ‚Lutherstift‘ aufzugeben“, hat Margrit Haselei gestern erklärt. Die Geschäftsführerin der gemeinnützigen NORLE GmbH aus Dötlingen betonte, die gemeinnützige Gesellschaft für Behinderte und Pflegebedürftige werde nicht direkt Eigentümerin sein. „Eigentümerin und Betreiberin wird eine noch zu gründende gemeinnützige GmbH mit mir als geschäftsführender Gesellschafterin werden“, erklärte sie bei der Vorstellung der Pläne. In Dötlingen betreibt NORLE auch den Lopshof.

Neue Betreibergesellschaft nötig

Die Betreibergesellschaft in Gründung hat noch keinen Namen, auch der Kauf des 40-Hektar-Areals ist noch nicht abgeschlossen. Ebenfalls müssten noch Nutzungsänderungen beantragt werden, sagte Haselei. Ziel sei es, am 1. Juli 2015 durchzustarten.

Wettbewerb für neuen Namen

Um das Gelände umzubenennen, den neuen Namen soll auch die Betreibergesellschaft führen, hat NORLE einen Wettbewerb gestartet. Einsendungen können über die Internetseite www.norle.de erfolgen.

350.000 Euro investiert

Als ersten Schritt kündigte Haselei den Umbau des Gästehauses an. Rund 350.000 Euro würden investiert, damit im Untergeschoss eine Tagespflege, im ersten Stock barrierefreies Wohnen und im Dachgeschoss ein Seminarzentrum geschaffen werden können. Bis zu zwölf Personen mit Beeinträchtigungen und Pflegebedarf könnten im ersten Stock des Gästehauses eine neue Heimat finden. „Die Zimmer werden auf je 20 Quadratmeter vergrößert, auch die Sanitäreinrichtungen werden angepasst“, sagte Haslei. Eine zusätzliche Wohngemeinschaft im Turmanbau sei ebenso denkbar wie eine Gastronomie. Auch liefen bereits Gespräche mit dem Ganderkeseer Rathaus, um wieder standesamtliche Trauungen anbieten zu können. „Und das vielleicht im Gesamtpaket mit kirchlicher Trauung in der Laurentius-Kapelle sowie Feier und Übernachtung“, blickte Marita Tzschoppe (NORLE-Öffentlichkeitsarbeit) voraus. Die Obhut über die Kapelle erhalte der Diakoniekonvent.

Verein und Bildungsträger im Boot

Partner sind der Verein „Kurs 2050“ und der Bildungsträger Ländliche Erwachsenenbildung in Niedersachsen (LEB). Die „Kurs 2050“-Aktiven Eckhardt Hildebrandt und Dr. Volker Schulz-Berendt wollen Gärten und Landschaftselemente anlegen, die naturnahe Gestaltungs- und Nutzungsalternativen für nachhaltiges Wirtschaften in Landwirtschaft und Landbau bieten. Die Bewohner sollen in die Bewirtschaftung eingebunden werden, die Gärten könnten allen Bürgern als Ort der Begegnung dienen. Geplant ist, das Projekt um Weiter- und Ausbildungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit örtlichen Garten- und Landschaftsbauern zu erweitern. Zusätzliche Aktivitäten sind Seminare und Lehrgänge zu ökologischem Garten- und Landschaftsbau. Für die LEB ist ein Seminarbetrieb und die Förderung von Projekten durch das europäische LEADER-Programm vorstellbar, kündigte Karin Pieper an.