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Neuer Markt für Ganderkesee Autoschleife über den Markt in Ganderkesee?

Von Reiner Haase | 18.06.2015, 23:49 Uhr

Leerstände machen die Aufwertung des Neuen Markts in Ganderkesee immer wichtiger. Architekt Flemmig liefert einer Bürgerversammlung Diskussionsstoff.

„Eigenartig“ nennt der Landschaftsarchitekt Hans-Joachim Flemmig die Nutzungsverteilung auf dem Neuen Markt: „Hinten wird geparkt, vorne passiert alles Mögliche, aber eigentlich wenig.“ Er hat seinen sechs Jahre alten Vorschlag, die Flächen zum Parken zur Rathausstraße hin zu holen und hinten Flächen mit mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen, im Prinzip belassen, aber gründlich überarbeitet.

Scharnier zwischen Famila und Rathausstraße

Am Donnerstagabend sprach sich der Ausschuss für Gemeindeentwicklung einstimmig dafür aus, mit Flemmigs Ideen in eine Bürgerversammlung zu gehen. „Die Dringlichkeit, etwas zu tun, ist größer geworden“, sagte Fachbereichsleiter Peter Meyer mit Hinweis auf Veränderungen und Leerstände rund um den Marktplatz. „Wir müssen zusehen, dass der Marktplatz eine Scharnierfunktion zwischen Famila und der Rathausstraße bekommt“, betonte CDU-Fraktionschef Dietmar Mietrach.

Einbahnstraße mit Abbiegemöglichkeit

Er wolle Durchlässigkeit schaffen, in der Gestaltung normal bleiben und Wandlungen im Laufe der Zeit zulassen, betonte der Oldenburger Landschaftsarchitekt. Er schlägt für Autos eine Einbahnstraßen-Schleife mit Abbiegemöglichkeit Zur Grünen Straße/Wittekindstraße rund um eine Fläche vor, auf der geparkt werden kann. Auf ihr sowie im Seitenraum können die Marktbeschicker ihre Stände aufbauen.

Sitzblöcke, Wasserspiele und Säulen

Rundherum und vor allem im östlichen Teil sollen Bereiche entstehen, die die Aufenthaltsqualität steigern: organisch geschwungene Sitzblöcke zum Beispiel, ein Wasserspiel für Kinder und Spielgeräte für die ganz Kleinen. Den Durchgang zum Famila-Gelände sollen Säulenreihen betonen, teilweise mit Glaspyramiden überdeckt.

Farben gestalten die Flächen

Wichtig ist dem Architekten, dass die Flächen des Neuen Markts je nach ihrer Nutzung farblich unterschiedlich gestaltet werden. Die Einbahnstraße will er rot wie die Rathausstraße pflastern lassen. Für den Park- und Marktbereich regt er einen sandfarbenen Asphalt an, für die Flächen zum Laufen und Verweilen erdfarbenes Pflaster. Die beiden Hauptbereiche will er mit klein- und mittelkronigen Bäumen „wie mit einem Vorhang“ voneinander trennen.

Politik kommentiert Vortrag des Planers knapp

„Es werden Wünsche von Bürgern einfließen, die mit aufgenommen werden müssen“, kommentierte Christel Zießler (SPD) Flemmigs Vortrag. „Bitte nicht noch mehr Parkplätze“, erklärte Reinhold Schütte (Grüne). Marion Daniel (FDP) warnte vor zu viel Nachbesserungen am Planer-Entwurf. „Am Ende ist keiner zufrieden“, warnte sie. Arnold Hansen (Freie Wähler) sieht noch große Hürden vor der Umgestaltung: „Es stoßen teilweise gegensätzliche Vorstellungen aufeinander.“