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Neuer Markt in Ganderkesee Keine Einigkeit bei Planung für Markt in Ganderkesee

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 04.05.2016, 09:02 Uhr

Auch nach dem jüngsten Vorschlag zur Marktplatzumgestaltung des Ganderkeseers Volker Kreye reißt das Gerangel der Akteure um Parkplatzflächen und Aufenthaltsqualität auf dem Neuen Markt nicht ab.

Die Bürgerversammlung am Dienstagabend im Rathaus offenbarte deutlich, dass die Wünsche, was denn der Platz mitten im Ortskern so alles leisten soll, damit die Rathausstraße nicht weiter verödet, kaum unter einen Hut zu bringen sind.

Lange Diskussion um Markt

In den rund 30 Jahren, in denen der Neue Markt in Ganderkesee in seiner jetzigen Form besteht, habe es immer wieder Diskussionen um seine Funktion und Gestaltung gegeben, blickte Ganderkesees Gemeindeentwicklungsleiter Peter Meyer auf die Geschichte des Platzes zurück.

Viel sei darüber nachgedacht worden, wie er angesichts des zuletzt immer großflächiger anwachsenden Gewerbes an der Rückseite der Rathausstraße endlich eine Scharnierfunktion erhalten könne, um Kundenströme wieder in die Rathausstraße zu lenken.

Außer Planungen sei bislang aber nichts geschehen. Das sollte sich eigentlich rasch ändern. Darum hatte die Verwaltung dem Entwurf von 2015 kurzfristig die Alternative Kreyes entgegengestellt. Denn mit Blick auf die Kommunalwahlen sollte das Projekt kurzfristig unter Dach und Fach gebracht werden: Vorgesehen war, dass der am 11. Mai tagende Verwaltungsausschuss ein Planungsbüro mit der Ausarbeitung beauftragt.

Doch zu den beiden im Raum stehenden Plänen gesellten sich im Laufe des Abends noch ein weiterer, gut vorbereiteter Plan sowie eine Vielzahl an Wünschen und Zweifeln. „Da pulsiert das Leben – hier nicht“, so plakativ übte Manfred Neugebauer als GanterMarkt-Sprecher Kritik an der Schaffung der beiden großen Märktezentren im Ort, die den Rathausstraßenkaufleuten die Kunden abgezogen haben.

Mehr Parkplätze

Der Vorschlag der örtlichen Kaufleute: Mehr Parkplätze, um Kunden zurückzuholen, und mit ihnen später auch wieder mehr Gewerbetreibende im Ort an der Straße anzusiedeln

Auch soll der Marktplatz zum Multifunktionsplatz werden, auf dem auch Feste gefeiert werden können. Dazu sollen fest installierte Möblierungen möglichst vermieden werden. Kreye hatte sich genau dagegen entschieden und für eine bessere Aufenthaltsqualität kleinteilig auch einen Spiel- und Erlebnisbereich eingeplant. Und während Neugebauer forderte, den gesamten Platz zu überplanen, hatte Kreye gemäß seines Auftrags zunächst nur für die östliche Hälfte gestaltet.

Ganz oder gar nicht

Gerold Ahlers, Chef des Orts- und Heimatvereins, stellte fest: „Wenn man kein Geld für die Gesamtgestaltung ausgeben will, sollte man es ganz lassen“. „Den GanterMarkt-Vorschlag kann man so übernehmen, das ist der Wille der Anlieger an der Rathausstraße“ erklärte Anwohner Hans Brandt. Dem stimmten auch die anwesenden innerörtlichen Kaufleute zu.

„Bloß keine Parkplätze“

Ausdrücklich gegen weitere Parkplätze sprach sich Rolf Kuhlmann aus. „Die gibt es satt in Ganderkesee“, befand er.

Null Aufenthaltsqualität

Der Markt dürfe nicht zu einem zweiten Arp-Schnitger-Platz werden. „Der hat nämlich null Aufenthaltsqualität“, lautet sein vernichtendes Urteil. Somit könne ein solcher Platz auch keine Kunden durch die Famila-Passage in die Rathausstraße ziehen. Für eine Gastroszene entlang der Wohnbebauung plädierte Anwohner Jörg Vollstedt. Der Zahnarzt hatte weitreichende Pläne „Sieht man fünf oder zehn Jahre in die Zukunft, dann gibt es am Marktplatz oder an der Rathausstraße keine Geschäfte mehr, sondern Altenwohnungen“, mutmaßte er. Eckhard Eichhorn (GanterART) forderte gar, den wertvollen Platz zu einem Alleinstellungsmerkmal für die Gemeinde zu machen.

Kunst im öffentlichen Raum

Kunst könne Kunden und Gäste locken, so seine Idee, die er aus Neuseeland mitgebracht hat. Laut Eichhorn sei eine vom Künstler Friedensreich Hundertwasser in der Ortschaft Kawakawa geschaffene Toilette zum wahren Touristenmagneten geworden – wegen ihres Aussehens, nicht wegen ihrer Funktion.