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Neues Format in Ganderkeseer Kirche Bei Klassikkonzert Einblick in den Probenprozess

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 23.09.2017, 12:47 Uhr

In Ganderkesee stellt Kreiskantor Thorsten Ahlrichs am 29. September ein neues Konzertformat vor. Das Publikum erhält dabei einen Einblick in den Probenprozess, der sonst eigentlich im Verborgenen bleibt.

Premiere für ein ganz neues Konzertformat: Der Ganderkeseer Kreiskantor Thorsten Ahlrichs will gemeinsam mit dem Bremer Musiker Christian Heim am Freitag, 29. September, nicht nur ein Konzert geben, wie es Freunde der klassischen Musik normalerweise gewohnt sind. Beide möchten während des Abends auch darüber informieren, wie man sich auf den Abend vorbereitet, wie geprobt wird und wie sich die Musiker mit den einzelnen Werken auseinandersetzen. „Dem Publikum soll quasi schaufensterartig ein Einblick in den langen Probenprozess gewährt werden“, sagt der Kreiskantor.

„Zweimal gehört: Meister Telemann!“

Das Ganze heißt „Zweimal gehört: Meister Telemann!“, beginnt um 20 Uhr in der Kirche St. Cyprian und Cornelius in Ganderkesee und soll voraussichtlich etwa eine Stunde dauern. Der Eintritt ist frei.

Ahlrichs will das Format einfach mal ausprobieren

Die Idee zu dieser ungewöhnlichen Form hatten Ahlrichs und andere Musiker bei der ersten Auflage der Ganderkeseer 4x4-Konzerte. Die Schwierigkeit dabei: „Nicht jeder Musiker kann und will mit dem Publikum reden“, so der Kantor, der Cembalo spielen, informieren und auch mit den Zuhörern in den Dialog treten möchte, wenn sie denn Fragen haben. Dabei macht am Freitag auch Christian Heim mit, der darüber hinaus Viola da Gamba und Blockflöte spielt und gemeinsam mit seinem Konzertpartner Variationen der Telemann-Werke vorstellt. „Es wird auf jeden Fall mehr Konzert als Gespräch geben“, erklärt der Ganderkeseer und tritt Befürchtungen entgegen, dass die Musik zu kurz kommen könnte: „Wir wollen das einfach mal ausprobieren. Und wenn es gut läuft, gibt es auch weitere Konzerte in diesem Format.“

Neu entdeckte Gambensonate

Gemeinsam spielen die beiden Musiker Sonaten für Blockflöte, Viola da Gamba und Cembalo von Georg Philipp Telemann, der vor 250 Jahren starb. Außerdem werden Solowerke des Komponisten aus der Zeit des Barock für die jeweiligen Instrumente zu hören sein – unter anderem eine neu entdeckte Gambensonate.