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Neues innerörtliches Baugebiet Archäologen haben Vorrang auf Ganderkeseer Köhlerwiese

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 03.02.2016, 07:32 Uhr

Die Erschließung von Ganderkesees letztem großen innerörtlichen Baugebiet, der Köhlerwiese, schreitet voran. Am Donnerstag, 11. Februar, steht der Entwurf für den Bebauungsplan und dessen Auslage auf der Agenda des Gemeindeentwicklungsausschusses. Doch noch lange vor den ersten Baumaschinen werden Archäologen Teile des mehr als 16.000 Quadratmeter großen Areals zwischen der Bahnlinie Bremen-Osnabrück im Norden und der Bergedorfer Straße (K 232) im Süden durchgraben.

Spuren einer frühen Besiedelung entdeckt

„Bei Probegrabungen des Landesamts für Denkmalpflege sind Anfang November deutliche Spuren einer frühen Besiedelung entdeckt worden“, sagte Stephan Cornelius vom Fachbereich Gemeindeentwicklung am Dienstag. So waren eine Siedlungsgrube, eine Wegespur sowie vier Meilergruben und 30 Rennfeueröfen entdeckt worden. Noch sind die Funde undatiert. Ähnliche Artefakte hatten Mitarbeiter der Grabungsfirma denkmal3D schon 2012/13 im Vorfeld der Erschließung des Gewerbegebiets Grüppenbühren-West entdeckt. Damals handelte es sich um Spuren aus der Eisenzeit. Die Grabungsfirma denkmal3D komme auch bei den am 1. März beginnenden Ausgrabungen zum Zuge, sagte Stephan Cornelius. Fünf Teilflächen, insgesamt 4500 Quadratmeter, nehmen die Experten genau in Augenschein, kündigte Stephan Cornelius an.

Platz für Mehrfamilienhäuser im Ortskern

Etwa zwölf Grundstücke für Mehrfamilienhäuser will die Bookholzberger Projektentwicklungsfirma Schüttke-Haus-Bau auf der Köhlerwiese erschließen, erläuterte Geschäftsführer Torben Schüttke am Dienstag. Die Grundstücke mit Größen von je 1200 bis 1300 Quadratmetern sollen zumeist in den freien Verkauf gehen. Zwei bis drei Mehrfamilienhäuser werde das Unternehmen wohl selbst bauen, kündigte Schüttke an. Der lange für die Gemeinde reservierte Platz von 3000 Quadratmetern für eine Kita werde nun nicht mehr benötigt und könne beplant werden, sagte Ganderkesees Gemeindeentwicklungsleiter Peter Meyer. „Es hat sich im Laufe der Planungen herausgestellt, dass der Standort vom Rat nicht mehr favorisiert wird“, erläuterte er.

Quadratmeterpreis für Bauland noch ungewiss

Den Quadratmeterpreis des künftigen Baulands konnte Torben Schüttke noch nicht benennen. Trotz der anstehenden archäologischen Grabungen solle es nicht zu Verzögerungen kommen. Schüttke geht davon aus, auch weiterhin mit der Erschließung in der zweiten Jahreshälfte beginnen zu können. Den Antrag nach einer Bebauung hatten CDU und SPD 2014 in einem gemeinsamen Antrag gestellt. Doch es gab auch Vorbehalte gegen den Standort. Neben der Nähe zum Gewerbegebiet mit seinen Emissionen gab es auch Sorgen um zu viel Lärm. Neue Bedenken taten sich im April 2015 auf. Bei einem nächtlichen Arbeitsunfall im nahen Gewerbegebiet bei der Schmalriede-Zink GmbH & Co. KG an der Handelsstraße war Chlorgas ausgetreten.