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Noch keine Baugenehmigung Stillstand im Windpark Sannauer Hellmer

Von Dirk Hamm | 17.05.2016, 21:09 Uhr

Der geplante Windpark Sannauer Hellmer zwischen Ganderkesee und Lemwerder kommt nicht voran. Probleme mit der Flugsicherung verhindern den Ausbau.

Beiderseits der Gemeindegrenze zwischen Ganderkesee und Lemwerder herrscht derzeit Stillstand bezüglich des geplanten gemeindeübergreifenden Windparks Sannauer Hellmer. Investoren beabsichtigen, in dem Marschgebiet 33 Windkraftanlagen mit Rotorblättern, die bis zu 200 Meter in die Höhe ragen, zu errichten. Darunter befinden sich auf Ganderkeseer Seite einige Anlagen, die auch zu Forschungszwecken genutzt werden sollen. Bis auf drei „Windspargel“, die bereits auf Lemwerderaner Gebiet stehen, ist der Ausbau des Windparks auf die geplante Größe derzeit völlig ungewiss.

Landkreis wartet Ausgang von Gerichtsverfahren ab

„Auf das weitere Verfahren haben wir keinen Einfluss“, erklärt Peter Meyer, Fachbereichsleiter für Gemeindeentwicklung im Ganderkeseer Rathaus. Bereits vor einigen Jahren seien die entsprechenden Bebauungspläne für den Ganderkeseer Teil des Windparks aufgestellt worden, gleiches gelte für den Partner Lemwerder. Jetzt liege der Ball bei den Landkreisen Oldenburg und Wesermarsch als Genehmigungsbehörden. Der Landkreis Oldenburg sieht sich jedoch nach Angaben von Torsten Stuhr, stellvertretender Leiter des Bauordnungsamts, nicht in der Lage, die Baugenehmigung zu erteilen, da man zunächst den Ausgang eines Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg abwarten wolle.

Mindestabstand zu Funkanlagen nicht gegeben

Das Gericht ist eingeschaltet worden, nachdem der Landkreis Wesermarsch für die 19 auf dem Gebiet der Gemeinde Lemwerder geplanten Windräder eine Baugenehmigung erteilt hatte – gegen die abschlägige Stellungnahme des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung (BAF). Die Behörde beanstandete, dass fast alle der geplanten Windanlagen im Bereich der Sannauer Hellmer den vorgeschriebenen Mindestabstand von 15 Kilometern zur Funknavigationsanlage des Bremer Flughafens unterschritten.

Projekt gestaltet sich als Hängepartie

Dabei sollte eigentlich eine Entscheidung der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO frischen Rückenwind für die Windpark-Pläne bringen. Denn die ICAO hatte Ende vergangenen Jahres eine neue Richtlinie erarbeitet, nach der der Mindestabstand zu den Funkanlagen eines Flughafens nur noch zehn statt 15 Kilometer betragen müsse. Das Problem: Jeder Fall ist einzeln zu bewerten, und laut Torsten Stuhr bleibt das BAF bei seiner ablehnenden Haltung.

Somit gestaltet sich das Projekt als Hängepartie. Lediglich drei Windräder jenseits des 15-Kilometer-Radius um die Funkanlage des Flughafens sind in Lemwerder bislang aufgestellt worden. Die Investoen des Windparks Sannauer Hellmer werden so auf eine Geduldsprobe gestellt. Gerd Schütte, Geschäftsführer der Windpark Fritzenberg GmbH & Co. KG, die drei Windräder errichten möchte, wagt keine Prognose zu den Chancen des Projekts: „Das ist alles nur Kaffeesatzleserei.“