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Normaler Betrieb geht weiter Schützenhof Ganderkesee kocht für Flüchtlinge albanisch

Von Katja Butschbach | 22.10.2015, 22:37 Uhr

Der Schützenhof Ganderkesee hat sich auf die tägliche Verpflegung von 110 Flüchtlingen vorbereitet.

„Die Gemeinde ist an uns herangetreten und hat gefragt, ob wir die Flüchtlinge beköstigen können“, sagt Wirt Markus Hansen. „Klar können wir.“

In der kommenden Woche startet bereits die Verpflegung der Flüchtlinge aus der Turnhalle am Habbrügger Weg in der Schützenhalle. Im November kommen dann die Flüchtlinge hinzu, die in die Mobilhalle im Stadion einziehen.

Normaler Betrieb läuft weiter

Michaela Berardinelli und Markus Hansen wollen die Aufgabe zu zweit stemmen – mit Hilfe von Ehrenamtlichen. Händeringend suche man Küchenhilfen, sagt Hansen, aber man finde niemanden.

Parallel zur Verpflegung der Flüchtlinge werde der normale Betrieb im Schützenhof wie gewohnt weitergehen. So wird zum Beispiel abends für die Gäste à la carte gekocht und am 31. Oktober Halloween gefeiert.

Im Großhandel habe man sich bereits umgesehen und für die nun erheblich größeren Mengen einen Lieferservice gebucht. „Es ist eine große logistische Herausforderung“, sagt Hansen.

Albanischer Bohneneintopf steht auf dem Speiseplan

Dienstag soll mit dem Mittagessen für die Flüchtlinge gestartet werden – es gibt Pasul, einen albanischen Bohneneintopf. Berardinelli hat albanische Gerichte recherchiert. Von den Ehrenamtlichen in der Turnhalle habe man bereits Tipps erhalten, was die albanischen Flüchtlinge mögen und was nicht. So wird Knäckebrot als Henkersmahlzeit angesehen. Marmelade, Frischkäse und Weißbrot hingegen kommen gut an.

Kühlhaus bietet genug Platz

An zwei Tagen in der Woche soll nun frische Ware kommen – ob dies ausreichend sei, müsse man sehen. Die Lagerung ist laut Hansen kein Problem, denn erst in diesem Jahr sei ein Kühlhaus angeschafft worden. Weitere große Töpfe seien allerdings notwendig geworden, da man parallel auch für Kohlfahrten große Mengen kochen müsse.

„Wir müssen da helfen“

Man habe sich mit der Verwaltung auf einen bestimmten Betrag für den Auftrag geeinigt, erklärt Hansen. Man müsse sehen, ob man nachverhandeln müsse. Denn noch ist nicht klar, wie viel verzehrt werden wird. „Es ist natürlich nicht schlecht, so einen Auftrag zu bekommen“, sagt Hansen. Es sei Wunsch aller, „dass es hier vernünftig läuft“. „Wir müssen da helfen“, sagt Hansen. Denn für die Flüchtlinge sei es angenehmer, in der warmen Halle zu essen als in dem Zelt.

„Zusammenarbeit mit der Gemeinde ist hervorragend“

„Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde ist hervorragend“, sagt Hansen. Auch mit den Ehrenamtlichen arbeite man sehr gut zusammen. Die Ehrenamtlichen werden laut Hansen unter anderem noch Toaster und Wasserkocher in den Schützenhof bringen. Und dann beginnt die Verpflegung in der Halle.