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Nostalgie in Ganderkesee Kiosk versetzt Kunden in eine andere Zeit zurück

Von Britta Buntemeyer | 07.04.2015, 15:04 Uhr

Stefan Skuppin betreibt seinen Kiosk an der Grüppenbührener Straße seit 2006. Viele Jahre war der kleine Laden sein zweites Standbein, seit Januar 2014 widmet er sich dem Kiosk Vollzeit.

„Es war damals schon eine große Leidenschaft, und das ist es heute auch noch.“ – Das glaubt man Stefan Skuppin sofort. Seinen „Kiosk und Mehr“ betrieb er seit der Eröffnung 2006 bis Januar vergangenen Jahres als zweites Standbein neben seinem Hauptberuf als Einzelhandelskaufmann. Skuppin hatte das Gebäude, in dem zuvor eine Bäckerei ansässig war, vor über acht Jahren gekauft. „Das zweigleisige Fahren wurde aber irgendwann zu viel“, sagt der 54-Jährige. So stand er neben seinem Angestelltendasein früh morgens und spät abends im Kiosk. Das ging nur mit jeder Menge Leidenschaft. Heute hat er mehrere Angestellte, er selbst steht 80 Stunden in der Woche hinter der Theke, verkauft Zeitschriften, Tabakwaren, Brötchen, Kaffee oder Süßes. Auch ein GLS-Paketshop ist im Kiosk integriert.

Der Mindestlohn, sagt Skuppin, mache der Kioskbranche zu schaffen. Er selbst könne nur Mitarbeiter beschäftigen, die über 18 Jahre alt sind, da sonst eine volljährige Person mit im Laden stehen müsse. Und über 18-Jährige hätten eben einen Anspruch auf Mindestlohn. Und auch die Konkurrenz zu anderen Geschäften mit längeren Öffnungszeiten merkt der Kioskbetreiber. „Ich weiß kein Rezept dagegen“, sagt er. „Man kann ein ansprechendes Sortiment und faire Preise bieten.“

Stefan Skuppin betreibt seinen Kiosk weiterhin mit Herz und Seele. „Viele Kunden sagen, dass sie vieles noch von früher kennen, wie die bunten Tüten. In anderen Geschäften ist das nicht so. Man wird in eine andere Zeit zurückgeworfen.“ Skuppin schätzt das Persönliche, Vertrauliche. Um 6 Uhr morgens möchten bereits die ersten Kunden Brötchen, Zeitungen oder Zigaretten. „Viele erzählen von ihren Problemen, es ist ein schönes, vertrauensvolles Verhältnis. In den Geschäften herrscht doch oft Zeitdruck, hier ist es sehr angenehm.“ Und das möchte sich Stefan Skuppin so lange wie möglich bewahren.