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Nur Hälfte der Flüchtlinge bleibt Flüchtlingskrise belastet 2016 Arbeitsmarkt im Landkreis

Von Antje Cznottka | 29.12.2015, 16:57 Uhr

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Oldenburg hat sich 2015 positiv entwickelt. Das Amt für Arbeit und Soziale Sicherung rechnet wegen der Flüchtlingskrise 2016 allerdings mit einer Verschlechterung der Zahlen.

Seit Beginn des Jahres 2015 hat sich der Arbeitsmarkt im Landkreis Oldenburg laut des Jahrespresseberichts des Amtes für Arbeit und Soziale Sicherung positiv entwickelt. Im November 2015 betrug die Arbeitslosenquote im Landkreis Oldenburg nur noch 3,9 Prozent: 1,7 Prozent sind Kunden der Agentur für Arbeit (ALG I) und 2,2 Prozent Kunden des kommunalen Jobcenters (ALG II).

Arbeitslosenquote sinkt 2015 im Landkreis Oldenburg

Vor zehn Jahren, im Dezember 2005, betrug die Arbeitslosenquote im Landkreis Oldenburg 9,1 Prozent. Davon entfielen auf die Kunden der Agentur für Arbeit (ALG I) 4,2 Prozent sowie auf die Kunden des Jobcenters (ALG II) 4,9 Prozent, heißt es im Bericht weiter.

Positive Entwicklung im Landkreis Oldenburg wird nicht anhalten

Das Amt für Arbeit und Soziale Sicherung rechnet allerdings nicht damit, dass sich die positive Entwicklung auch 2016 und in den Folgejahren fortsetzt. Grund dafür sei die steigende Zahl an Arbeitslosen aus der Zielgruppe der Flüchtlinge. „Eine Vielzahl von Flüchtlingen, die zurzeit noch Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, werden nach der Anerkennung eines Bleiberechtes in den Leistungsbereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) und damit in die Zuständigkeit des Jobcenters wechseln“, fasst der Bericht zusammen. Die schnelle Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt werde durch fehlende Sprachkenntnisse und berufliche Kompetenzen nicht möglich sein.

Flüchtlingskrise dauert 2016 an

Die Kreisverwaltung geht davon aus, dass die Flüchtlingskrise auch 2016 und darüber hinaus andauert und einen besonderen Schwerpunkt in der kommunalen Aufgabenstellung bilden wird. So sei die Zahl der Menschen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, bereits von 426 Personen am 31. Dezember 2014 auf 1200 am 31. Dezember 2015 angestiegen. Bis Ende 2016 würden 2000 Personen Leistungen beziehen, so die Prognose des Amtes.

Nur die Hälfte der zugewiesenen Flüchtlinge bleiben im Landkreis Oldenburg

Von den über 1000 Flüchtlingen, die dem Landkreis Oldenburg seit Oktober im Rahmen der Amtshilfe für das Land Niedersachsen zugewiesen wurden, sind weniger als die Hälfte im Landkreis geblieben. Die Kreisverwaltung hat mit dem Land verabredet, die Flüchtlinge für die Dauer des Asylverfahrens im Landkreis Oldenburg aufzunehmen. Die ersten rund 150 Personen wurden vor Weihnachten auf die kreisangehörigen Kommunen verteilt.

Bis März 2016 sollen 955 weitere Flüchtlinge in den Landkreis Oldenburg kommen

Laut Aufnahmequote für den Landkreis Oldenburg und seine kreisangehörigen Kommunen sollen bis zum 31. März 2016 weitere 955 Flüchtlinge aufgenommen werden. Um diese und weitere Flüchtlinge angemessen unterbringen zu können, wird die Kreisverwaltung Notunterkünfte in der Turnhalle der Hunteschule (50 Plätze) in Wildeshausen und in einer Gewerbehalle des OOWV in Hude (200 Plätze) einrichten, Fertighäuser auf Grundstücken der kreisangehörigen Kommunen bauen sowie den sozialen Wohnungsbau im Landkreis Oldenburg wiederbeleben.

Landkreis fordert Rahmenbedingungen für Kommunen zu verbessern

Der Landkreis betont, dass Bund und Land Rahmenbedingungen schaffen müssten, die es den Kommunen ermöglichen, der Flüchtlingsunterbringung gerecht zu werden. Der Landkreis fordert laut Bericht daher, die Dauer der Asylverfahren zu verkürzen, Flüchtlinge ohne Bleiberecht zeitnah in ihre Heimatländer zurückzuführen, die Kommunen für ihren Aufwand für Unterbringung, Betreuung und Integration finanziell auszustatten sowie die Zuwanderung von Flüchtlingen auf „eine angemessene Aufnahme in der Region“ zu begrenzen.

Auch institutionelle Betreuungsstrukturen müssten geschaffen werden. „Der bisherige Umfang ehrenamtlicher Hilfe kann keine dauerhafte Lösung sein und ist auch nicht unter Berücksichtigung der persönlichen Interessen der vielen Helfer und Helferinnen verantwortbar“, bewertet das Amt.