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Operationen nach großen Schmerzen Neun Patienten verbringen Weihnachten in Stenumer Klinik

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 23.12.2017, 13:03 Uhr

Wenn andere Weihnachten zu Hause feiern, liegen neun Patienten in der Stenumer Klinik. Sie haben sich längst darauf eingestellt, an den Feiertagen nicht bei Familien oder Freunden zu sein, weil die Schmerzen einfach zu groß waren, um eine Operation weiter zu verschieben. „Ich musste Prioritäten setzen“, sagt beispielsweise Wilhelm Rülander, der sich aber zumindest auf Besuch von Frau und Sohn in Stenum freut.

Die meisten Menschen werden Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage wieder zu Hause oder bei Familie oder Freunden am Weihnachtsbaum verbringen. Wilhelm Rülander, Dieter Mählenhoff und Hartmut von der Wellen können das in diesem Jahr allerdings nicht. Sie gehören zu den neun Patienten, die in der Stenumer Klinik für Orthopädie frisch operiert worden sind und über Weihnachten im Krankenhaus bleiben müssen. Der Rhauderfehner, der Delmenhorster und der Twistringer können im Gegensatz zu drei anderen der derzeitigen Stenumer Patienten sogar erst nach Silvester wieder nach Hause. Darauf haben sich aber alle drei eingestellt. Die Schmerzen seien zu groß gewesen, um noch länger mit den Operationen zu warten.

Operation und Trauerfall

Den 61-jährigen Wilhelm Rülander hat es gleich doppelt schwer getroffen. Er musste sich am Dienstag nicht nur einer Knie-OP unterziehen, bei der er eine Prothese erhielt. Es gab zuvor auch noch einen Trauerfall in der Familie. Nach Absprache mit Frau, Sohn und anderen Familienangehörigen entschied er sich aber, den Operationstermin in Stenum wahrzunehmen. „Denn der Ruheschmerz hat mich fast umgebracht“, so der Rhauderfehner, der als Leiter der OP-Pflege im Leeraner Krankenhaus selbst in einer Klinik tätig ist: „Natürlich wäre ich lieber zu Hause, aber ich musste Prioritäten setzen“, sagt der 61-Jährige, der seine langjährigen Knieprobleme ganz klar aufs Fußball- und Tennisspielen zurückführt und trotzdem schon jetzt daran denkt, im nächsten Jahr wieder den Tennisschläger zu schwingen. Ganz ohne Familie wird Rülander Weihnachten aber nicht verbringen. Denn Ehefrau Roswitha und Sohn Kai wollen ihn an Heiligabend für ein paar Stunden besuchen.

Offenes Ohr und entspanntes Klima

Für die Klinik in der Gemeinde Ganderkesee hat sich der Ostfriese übrigens entschieden, weil er sich als Klinik-Angestellter bestens auskennt: „Stenum war von Anfang an in der engeren Auswahl.“. Inzwischen fühlt sich Rülander eigenen Angaben zufolge gut: „Alle hier sind sehr freundlich und haben ein offenes Ohr. Hier herrscht ein entspanntes Klima. Und das Essen ist auch gut“.

Als Fliesenleger schon frühzeitig Knieprobleme bekommen

Das alles kann auch Dieter Mählenhoff bestätigen, der schon zum dritten Mal in Stenum operiert worden ist und eine Knieprothese erhalten hat. Der 76 Jahre alte Delmenhorster war früher Fliesenleger und hat schon vor vielen Jahren durch seine Tätigkeit große Probleme mit den Knien bekommen. Er weiß, dass Ehefrau Renate Heiligabend zum Krankenbesuch kommt – und die Kinder in den nächsten Tagen wahrscheinlich auch.

Akute Schmerzen im Hüftbereich

Auch Hartmut von der Wellen wäre eigentlich lieber später in die Klinik gekommen. Aber wegen akuter Schmerzen hat er sich entschieden, sich doch noch kurz vor Weihnachten an der Hüfte operieren zu lassen. Bereits vor zweieinhalb Jahren hatte der 48 Jahre alte Twistringer eine Hüftprothese bekommen, jetzt war die andere Seite dran. Er rechnet fest mit dem Besuch seines Sohnes, von weiteren Familienangehörigen und von Freunden über die Weihnachtsfeiertage. Sein Kommentar nach den beiden OPs in Stenum: „Ich bin froh, dass es diese Klinik gibt.“

Arzt und Krankenpfleger rund um die Uhr im Einsatz

Heiligabend wird auch Dr. Martin Cordes in der Klinik sein¨– und zwar für 24 Stunden. „Dann gibt es bei der Visite auch mehr Zeit für ein persönliches Wort“, sagt der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Darüber hinaus ist ein sechs- bis achtköpfiges Team aus Krankenpflegern und Physiotherapeuten im Einsatz und rund um die Uhr für die Patienten da. Von ihnen kommt – wie in jedem Jahr – auch ein kleines Geschenk. Und sollte es wider Erwarten mal einen Notfall geben, steht im Bereitschaftsdienst auch noch ein komplettes Team bereit. „Das ist aber bisher an Weihnachten noch nicht vorgekommen“, weiß Daniela Wolff, zuständig für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit in der Klinik.

 Mehr über die Klinik in Stenum lesen Sie auch hier.