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Ortskernentwicklung Ganderkesee Ganter-Markt: „Leerstände nicht Sache der Ganderkesee Kaufleute“

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 31.07.2016, 21:02 Uhr

Im dk-Gespräch blickt der Ganter-Markt-Vorsitzende Timo Vetter auf die Lage der örtlichen Kaufleute und stellt die Pläne der Gewerbetreibenden für das laufende Jahr vor.

Ganderkesee. Mit innovativen Ideen und Veranstaltungen hat Ganter-Markt in den vergangenen zwölf Monaten viel für die Ortsbelebung unternommen. Dennoch ist eine wirksame Ortskernentwicklung nicht ohne Hilfe möglich.

  dk: Wie ist die Anbindung der Rathausstraße aus Ihrer Sicht an die Märktezentren zu schaffen, was müssen Politik und Verwaltung jetzt noch leisten?

Timo Vetter: Ich weiß nicht, ob das wirklich zu leisten ist. Womöglich gab es hier in der Vergangenheit auch Fehlentscheidungen. Auf eine optimierte Verbindung von Famila durch die Marktpassage zur Rathausstraße werden im Moment noch die größten Hoffnungen gesetzt. Mit einem Schild über dem Durchgang ist es aber sicher nicht getan. Das Parkdeck ist eine Barriere, die es auf attraktive und neugierig machende Weise gestalterisch zu überwinden gilt.

  Wie steht es um das nun verabschiedete Konzept zur Marktplatzsanierung?

Der aktuelle Kreye-Entwurf des östlichen Marktplatzes hat im Rat Gefallen gefunden. Allerdings soll er zum Glück um Parkplätze auf der jetzigen Marktplatzfläche erweitert werden. Das ist wichtig, da vermutlich auch der Hagstedt-Parkplatz in Kürze bebaut wird. Die genauen Planungen für ein „Gesamtkonzept Marktplatz“ haben aber meines Wissens noch nicht stattgefunden.

  Viele haben sich von den beiden neuen Ärztezentren an der Bergedorfer Straße und an der Grüppenbührener Straße eine Belebung des „Durchgangsbereichs“, der Rathausstraße erhofft. Wie steht es darum bei Ihnen?

Ich glaube, die Belebung findet bislang nicht statt. Allerdings habe ich auch nicht damit gerechnet. Man geht entweder zum Arzt oder Shoppen. Wenn man weit zu einem Spezialisten anreist, dann kann man womöglich auch mal spontan die Ganderkeseer City besuchen. Wie viele Bürger das tatsächlich tun, vermag ich nicht zu sagen.

  Was wollen die Kaufleute für eine Steigerung der Attraktivität des Ortskerns und gegen Leerstände tun?

In erster Linie müssen die Immobilieneigner und die Gemeinde etwas gegen die Leerstände tun. Das kann nach wie vor nicht Aufgabe der Gewerbetreibenden oder von Ganter-Markt sein. Wann sollen wir das denn noch machen? Die Gemeinde betreibt nach eigenen Aussagen aktives Leerstandsmanagement. Scheinbar nicht sonderlich erfolgreich. Als Außenstehender kann man aber schwer beurteilen, wie viel Aufwand hinter dem Misserfolg steckt.

  Sollen die Gastronomen besser mit eingebunden werden?

Gerade bei unseren Veranstaltungen ist eine gut eingebundene Gastronomie unverzichtbar. Allerdings muss man sich auch einbinden lassen – und im Idealfall mit Eigeninitiative beteiligen. Das betrifft aber viele – nicht nur die Gastronomie. Einfach nur den Laden aufzuschließen ist konzeptionell nicht sehr weit vorne. Die Besucher unserer Veranstaltungen erwarten da schon etwas mehr. Was jeder für sich macht, kann Ganter-Markt nicht im Detail „vorkauen“. Dafür sind wir ja alle selbstständig und haben den ureigenen Wunsch, Geschäfte zu machen.

  Welche Aktionen plant Ganter-Markt in den kommenden Monaten?

Vom 16. bis 18. September findet der Herbstmarkt wieder statt. Vom 2. bis 4. Dezember wird es ein zweites Ganterleuchten geben, diesmal mit der Ganderkeseer Firma Lange-Event als Veranstalter – allerdings wird es wieder Patrick Fechner federführend umsetzen. Beim zweiten „KNUTschen“ am 8. Januar 2017 soll wieder geschreddert werden.

  Wo soll der Herbstmarkt diesmal stattfinden und gibt es wieder einen langen Einkaufsabend?

Der Markt findet wieder komplett im Ortskern statt, mit einem hoffentlich trockeneren Flohmarkt als im letzten Jahr. 2016 wurde der frühe Beginn am Freitag nicht angenommen, Start ist nun um 15 Uhr. Der lange Sommerabend lief in den vergangenen Jahren bei schönem Wetter sehr gut. Daher müssen wir das Konzept auch nicht hinterfragen, sondern beim nächsten Mal einfach auf besseres Wetter hoffen.