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Passionskonzert in St. Cyprian Barocke Klänge voller Passion in Ganderkeseer Kirche

Von Dirk Hamm | 21.02.2016, 16:46 Uhr

Italienische Barockmusik hat am Samstag in St. Cyprian ein faszinierendes Konzerterlebnis beschert. Das Cornelius Consort beeindruckte vor allem mit dem „Stabat mater“.

„Stabat mater dolorosa“ („Christi Mutter stand mit Schmerzen“), so beginnt das berühmte, aus dem Mittelalter überlieferte Gedicht „Stabat mater“. Voller Leidenschaft besingt es den Schmerz der Mutter Christi um den Gekreuzigten. Von ebensolcher emotionsgeladener Intensität war am Samstagabend die Aufführung des „Stabat mater“ in der Vertonung von Giovanni Battista Pergolesi in der Kirche St. Cyprian und Cornelius geprägt. Rund 100 Besucher ließen sich in der altehrwürdigen Gaukirche von dieser Hauptattraktion des abendlichen Passionskonzerts in den Bann ziehen.

Zweiter Auftritt des neugegründeten Cornelius Consort

Zum zweiten Mal trat das von Kreiskantor Thorsten Ahlrichs gegründete Cornelius Consort vor Publikum auf. Im vergangenen Dezember hatte das Ensemble – nach Angaben von Ahlrichs vollständig aus studierten Musikprofis unter anderem aus Bremen zusammengesetzt – das Weihnachtsoratorium begleitet. Diesmal stellten die Musiker in wesentlich kleinerer Besetzung mit zwei Violinen, Viola, Violoncello und Orgel ihre kammermusikalischen Qualitäten unter Beweis.

Zunächst wurde das „Concerto grosso d-Moll“ aus Antonio Vivaldis Zyklus „L’Estro Armonico“ gespielt. Bemerkenswert an diesem Werk ist, dass es dem Cello, das sonst nur begleitende Funktion hat, die Rolle eines Soloinstruments einräumt.

Noch einmal Vivaldi als Zugabe

Anschließend traten die Sopranistin Manja Stephan und die Altistin Nina Böhlke, beide aus Bremen, hinzu und übernahmen beim „Stabat mater“ die ausgedehnten Gesangsparts. Eindrucksvoll verliehen sie der spannungsreichen Gefühlswelt des Werks zwischen dem tiefen Schmerz, der Hoffnung und dem Trost Ausdruck. Das Publikum bedachte die Leistung von Sängerinnen und Instrumentalisten mit lang anhaltendem Beifall. Das Ensemble bedankte sich mit einer Zugabe und spielte noch einmal den ersten Satz des Vivaldi-Konzerts.