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Pendlerparkplatz wird erweitert Ganderkesee soll „Vorreiter bei E-Mobilität sein“

Von Katja Butschbach | 17.07.2015, 21:06 Uhr

Die Gemeinde Ganderkesee treibt Projekte aus ihrem Klimaschutzkonzept voran. Der Kreis ist damit befasst, wie er E-Mobilität voranbringen kann – und diskutierte am Freitag im Ganderkeseer Rathaus.

Ganderkesee/Landkreis. Im Elektroauto von Berlin nach Ganderkesee: Nach dieser Tour zieht E-Mobilitätsexperte Julian Affeldt ein positives Fazit. Für 420 Kilometer fielen Kosten an, die denen für fünf Liter Benzin entsprachen. Es gab vier Ladestopps, die jeweils knapp 30 Minuten dauerten – und für eine Toilettenpause, Kaffee und Brötchen reichten.

Bei einem Workshop am Freitag im Ganderkeseer Rathaus, an dem sich Aktive aller Kommunen im Landkreis beteiligten und etwa darüber diskutierten, wo im Landkreis Ladestationen für E-Fahrzeuge aufgebaut werden sollen, informierte Affeldt über E-Mobilität.

Verwaltung wünscht sich E-Auto

„Es ist verwaltungsseitig ausdrücklicher Wunsch, ein E-Fahrzeug anzuschaffen“, sagt Klimaschutzmanager Lars Gremlowski. Dafür, dass sich im Fuhrpark der Gemeinde Ende des Jahres tatsächlich ein E-Auto befindet, sei allerdings noch die Zustimmung der Politik notwendig. Rainer Lange, Erster Gemeinderat, sagt: „Wir wollen eine Vorreiterfunktion als Gemeinde haben.“ Es gelte beim Thema E-Autos noch Vorbehalte abzubauen.

„Mobilitätsmanagement hat im Klimaschutzkonzept der Gemeinde Ganderkesee eine sehr hohe Priorität“, sagt Gremlowski. Aus diesem Bereich ist einiges bereits umgesetzt: Das Pendlerportal ist eingerichtet, Fahrradstationen wachsen und der Pendlerparkplatz in Almsloh wird in diesem Sommer erweitert.

Bei der E-Mobilität setzt er auf Zusammenarbeit im Landkreis, ein strategisches Herangehen an das Thema – auch im Hinblick auf den Tourismus. Auch könnten Betriebe angesprochen werden.

E-Mobilität im ländlichen Raum wichtiges Thema

Jessica Suplie vom Umweltministerium erklärte am Rande des Workshops, dass man bei der E-Mobilität den ländlichen Raum in den Blick nehme: Dort seien „zukunftsfähige Mobilitätskonzepte von großer Bedeutung“. Auch für Affeldt sind die vielen kurzen Strecken, die im Landkreis mit dem Auto zurückgelegt werden, ein Problem. Seine Vision: „Emissionsfreie Fahrzeuge, betrieben mit Strom aus dem Landkreis. Was gibt es Schöneres?“ Bald sei man im Landkreis bei einer Überproduktion von Strom.

Zu wenige Ladestationen

Problem bei der E-Mobilität sei, dass es zu wenige Ladestationen gebe. Bundesweit sind es 6500, darunter 24 Schnellladestationen. Diese Schnellladestationen sind abseits der Autobahnen. „Wir haben bestimmt eine Stunde verloren, weil wir von der Autobahn runter mussten“, sagt Affeldt.

45 E-Autos sind aktuell im Landkreis unterwegs. Wer ein neues E-Auto kaufen möchte, muss mit Kosten ab etwa 20000 Euro rechnen. Wie Jessica Suplie vom Umweltministerium erklärte, können Kommunen bei der E-Mobilität gefördert werden. Die LED-Förderung sei extrem gut genutzt worden. „Wir können uns vorstellen, dass wir mit dem Thema gute Erfolge Erzielen.“