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Petition für einen Neubau Nein zu neuem Supermarkt regt Bookholzberger auf

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 15.03.2017, 07:27 Uhr

Ein mögliches Nein zu einem neuen Nahversorgungsmarkt im Bookholzberger Baugebiet Bargup sorgt bei betroffenen Bürgern für Ärger. Die Anwohner haben eine klare Botschaft an die Entscheidungsträger.

Unter dem Titel „Wir brauchen einen Lebensmittelmarkt in Bargup“ sammelt SPD-Ratsherr Marcel Dönike derzeit Unterschriften für einen neuen Nahversorger in dem geplanten Baugebiet Bargup. Knapp 160 Menschen hätten schon unterschrieben. „Die Leute sagen uns: Seht zu, dass das passiert“, sagte Dönike.

2000 Bookholzberger, so rechnet der SPD-Mann vor, könnten von dem neuen Einkaufsmarkt profitieren. Gerade die älter werdende Bevölkerung sei auf einen Markt vor Ort angewiesen. „Viele haben keine Möglichkeit, gefahren zu werden“, sagt der SPD-Mann, „es ist irgendwann unvermeidlich, dass ein Markt fußläufig erreichbar ist.“

Unterstützt wird Dönike deshalb von Anwohnerin Eva Marie Gallas. „Man weiß nicht, wie lange man noch Autofahren kann“, sagte die 75-Jährige hinsichtlich einer Erreichbarkeit der für sie etwa zwei Kilometer weit entfernten Supermärkte in der Bookholzberger Ortsmitte.

Gutachten widerspricht den Anwohnern

Im Ausschuss für Gemeindeentwicklung hatte ein möglicher Markt im Januar Gegenwind erhalten: Marktforscherin Katharina Staiger hatte sich in einem Gutachten gegen die Notwendigkeit eines neuen Einzelhandels in Bookholzberg ausgesprochen. „Sie schaffen es nicht, jeden Bürger der Gemeinde vor der Haustür zu versorgen“, sagte die Gutachterin damals. (Weiterlesen: Klares Gutachter-Nein zu neuem Nahversorger in Bookholzberg) 

In ihrem Einzelhandelskonzept wurde erfasst, dass 80 Prozent der Bookholzberger im Radius von einem Kilometer Entfernung zu den Supermärkten im Ortskern wohnen. „Auch das geplante Neubaugebiet „Südlich Nutzhorner Straße“ wird in großen Teilen noch innerhalb des 1000-Meter-Radius liegen“, steht dort geschrieben. Ein Ausbau des Einkaufsstandortes käme eher in Frage.

Orts- und Heimatverein für einen Markt

Große Zweifel daran äußerten Mitglieder des Orts- und Heimatvereins Bookholzberg-Grüppenbühren. „Zu den Hauptzeiten ist der Parkplatz immer voll“, sagte der neue Vorsitzende Peter Hasselberg. Der Verein hat auf seiner Jahreshauptversammlung am Montag beschlossen, sich weiter für einen Lebensmittelmarkt im Norden von Bookholzberg starkzumachen. „Ein Nahversorger wurde dort immer vermisst“, sagt Erich Düßmann, neuer stellvertretender Vereinsvorsitzender. Nahezu geschlossen haben sich die Mitglieder mit Unterschriften der Aktion von Ratsherr Dönike angeschlossen und sich bei einer Abstimmung einstimmig für einen Verbrauchermarkt ausgesprochen.

In der kommenden Woche tagt der Ausschuss für Gemeindeentwicklung. Nach der Veröffentlichung des Gutachtens seien die Zweifel an einem neuen Versorgermarkt im Gremium groß, sagt Marcel Dönike. Mit seiner Petition will der SPD-Mann vorher noch einmal „ein Zeichen setzen, dass in den Fraktionen darüber gesprochen wird.“

 Weiterlesen: „Neuer Markt hat keinen Einfluss auf Edeka in Schierbrok“