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Verabschiedung in Falkenburg Plattdeutschbeauftragter sagt "Tschüss"

Von Biljana Neloska | 18.02.2019, 19:55 Uhr

Nach acht Jahren als Plattdeutschbeauftragter gibt Dirk Wieting sein Amt auf. Verabschiedet wurde er in großer Runde und ohne ein Wort Hochdeutsch.

Standesgemäß – also ohne ein Wort Hochdeutsch – ist Ganderkesees Plattdeutschbeauftragter Dirk Wieting gestern aus seinem Amt in Falkenburg verabschiedet worden.

Werder Bremen, n Leven lang gröön-witt

„Werder Bremen, n Leven lang gröön-witt, Ja, wi höört tohopen, ji sünd cool un wi sünd hitt, Werder Bremen, ja uns Leven lang, Un de nee’e Düütsche Meister kummt wedder mal vun’n Werserstrand“, sang die neunjährige Theresa Walter von der Musikschule Ganderkesee, an der Gitarre begleitet von Musikschulleiter Jens Frerichs.

„Wir dachten, Werder Bremen magst Du doch so gerne, deswegen starten wir den Abend mit dieser kleinen Überraschung“, sagte Bürgermeisterin Alice Gerken, ebenfalls in fließend Platt. Und diese Überraschung sollte nicht die letzte des Abends sein. Yared Dibaba, Moderator und Plattdeutsch-Autor, war ebenfalls angereist, um Dirk Wieting gebührend zu verabschieden.

„Es gibt viele Leute, die mit Platt zu tun haben. Für mich ist das auch ein bisschen Heimat. Es ist schade und auch traurig, dass Du gehst. Aber vielleicht ist das auch eine Chance für eine neue Generation, sich mit der Sprache zu befassen. Im Namen aller Plattschnacker: Vielen vielen Dank“, betonte Dibaba. Eine weitere Überraschung folgte im Rahmen eines Filmzusammenschnitts, in dem viele Bilder aus Wietings Leben und auch aus seiner Kindheit gezeigt wurden. Die Gemeinde habe durch Marlies Lüschen, Standesbeamte und Nachbarin aus Kindertagen, viel Material zusammentragen können, erklärte Gemeindesprecher Hauke Gruhn.

„Es ist so viel passiert. Wir haben ganz viel geschafft"

„Es ist so viel passiert. Wir haben ganz viel geschafft – und es hat immer Spaß gemacht“, bedankte sich Dirk Wieting bei allen Anwesenden.

Seinen Abschied kündigte er bereits vergangenen Herbst an. Da sagte er: „Wie heißt es so schön: Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist. Und es ist besser, wenn die Leute sagen: ,Schade, dass er geht‘, statt ,Jetzt wird’s aber Zeit, dass er die Biege macht.‘“ Los gegangen sei alles 2007 mit einer Wette. Sollte er beim Faschingsauftakt überziehen, werde er einen Tag lang Chauffeur von Alice Gerken. Sie habe aber eine andere Idee gehabt: die von der Plattdeutschen Woche. Die sollte Wieting dann organisieren.

Er habe alles mit viel Herzblut und viel Leidenschaft gemacht – und in dieser Zeit bei den verschiedenen Aktionen sehr viel Spaß mit den Mitorganisatorinnen Angela Hillen und Meike Saalfeld gehabt.

Und was kommt jetzt? Nun soll es nur noch um die Bühne gehen. Als Vorsitzender des Niederdeutschen Theaters in Delmenhorst führe er Regie und spiele. „Eine Aufgabe, die mich fordert und die super viel Spaß macht.“

Und was ist mit dem närrischen Treiben?

Und auch beim Fasching ist übrigens Schluss: „Die vergangenen zehn Jahre war ich Chef der Jury für die Prämierung nach dem Festumzug. Das mache ich 2019 auch zum letzten Mal“, so Wieting.

Wer der neue Plattdeutschbeauftragte in Ganderkesee werden soll, steht bislang noch nicht fest, erklärte Gemeindesprecher Hauke Gruhn.