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Podiumsdiskussion in Kirchhatten Kreisseniorenbeirat mit eigenem Budget gefordert

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 25.08.2016, 14:13 Uhr

Acht Politiker, die künftig im Kreistag sitzen wollen, haben am Mittwochabend in Kirchhatten (Gemeinde Hatten) über das Thema Senioren im Landkreis Oldenburg diskutiert. Sie wollen sich alle für die Einrichtung eines Kreisseniorenbeirates einsetzen.

Politiker quer durch die Parteien haben sich am Mittwochabend für die Einrichtung eines Kreisseniorenbeirates im Landkreis Oldenburg ausgesprochen. Das ist eines der Ergebnisse der Podiumsdiskussion in Kirchhatten, an dem sich nicht nur acht Politiker, die am 11. September in den Kreistag gewählt werden wollen, beteiligten, sondern auch eine Reihe von Personen, die ehrenamtlich in Seniorenbeiräten aktiv sind. Sie diskutierten im Hotel „Zum Deutschen Haus“ vor rund 40 Besuchern. Die Hauptthemen neben dem Kreisseniorenbeirat: Wohnen und Mobilität im Alter.

Budget für kompetente Referenten benötigt

Heinz Priesmeyer, Sprecher des Arbeitskreises Senioren im Landkreis und Organisator des Diskussionsabends, verwies auf den Landkreis Ammerland, wo es einen Kreisseniorenbeirat mit einem eigenen Budget beispielsweise für kompetente Referenten gebe. Diese Einrichtung solle auch als Sprachrohr für die Seniorenbeiräte auf Gemeindeebene gelten, hieß es während der Veranstaltung. Niels-Christian Heins (FDP) gab sich zunächst zurückhaltend und wies darauf hin, dass ein Kreisbehindertenrat bereits zweimal abgelehnt worden sei – unter anderem mit der Begründung, die Seniorenbeiräte auf Gemeindeebene leisteten gute Arbeit. Sollte es ein plausibles Konzept für einen Beirat auf Kreisebene geben, könne er zustimmen.

„Es fehlt bezahlbarer Wohnraum“

Auch beim Thema Wohnen waren die Politiker einer Meinung: Es fehle bezahlbarer Wohnraum – allerdings nicht nur für Senioren, sondern auch für Singles und andere Menschen, die nicht viel Geld verdienen. Kreszentia Flauger (Linke) betonte, jahrelang habe es einen Trend hin zu Einfamilien- und Doppelhäusern gegeben, kleine Wohnungen seien vernachlässigt worden. Detlef Sonnenberg (SPD) ergänzte, sozialer Wohnungsbau müsse gefördert werden – auch für kleinere Mehrfamilienhäuser. Allerdings seien bei diesem Thema auch die Gemeinden gefordert. Und Hermann Hitz (UWG) meinte, es gebe noch viel Bausubstanz, die saniert werden könne. Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer darüber, dass jüngere und ältere Menschen in Wohngebieten zusammen leben sollten, „miteinander und durcheinander“, wie es hieß.

Dörfer dürfen nicht abgehängt werden

Beim Thema Mobilität im Alter gab es unterschiedliche Meinungen: Elke Szepanski (Grüne) machte sich stark für den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), Ursula Budde (Freie Wähler) freue sich über die Möglichkeiten, ab Hude und Wüsting den Zug nutzen zu können, bedaure aber, dass der Bürgerbus nicht mehr fahre, weil er von den Bürgern nicht ausreichend angenommen worden sei. Und Herbert Sobierei (AFD) wies darauf hin, dass – wie in seiner Heimat Nordrhein-Westfalen – doch Einkaufsmobile für die Dorfbevölkerung eingesetzt werden könnten. Außerdem war die Rede von Sozialtickets für Menschen mit wenig Geld und von Mitfahrbörse auf Kreisebene. Am Ende aber wussten alle: Das kostet alles sehr viel Geld. Derzeit gebe es zwar viele Steuereinnahmen im Kreis, man müsse aber langfristig denken – allerdings auch daran, dass die kleinen Dörfer nicht abgehängt werden.