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Podiumsdiskussion mit vier Parteien Rund 80 Besucher diskutieren auf Gut Altona über Landwirtschaft

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 26.08.2016, 18:31 Uhr

Landwirte und Parteien sind sich einig darüber, dass die künftige EU-Düngeverordnung sowie die Wasserrahmenrichtlinien nicht von heute auf morgen, sondern langfristig und im Einvernehmen umgesetzt werden sollen. Das war eines der Ergebnisse der Podiumsdiskussion der Junglandwirte, die am Donnerstagabend im Hotel Gut Altona in der Gemeinde Dötlingen stattgefunden hat. Gesprochen wurde aber nicht nur über das Thema Grundwasserschutz, sondern auch über Treckermaut, Stallbauten, Ausweitung von Landschaftsschutzgebieten und Akzeptanz der Landwirtschaft in der Bevölkerung.

Mit den rund 80 Besuchern, die nicht nur aus der Landwirtschaft kamen, diskutierten Günter Westermann (CDU), Axel Brammer (SPD), Eduard Hüsers (Bündnis 90/Die Grünen) und Niels-Christian Heins (FDP). Kommentar von Bernhard Wolff, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbands, nach der Runde: „Das war eine gelungene Veranstaltung.“ Und auch von Dietz Wiechers, Sprecher der Junglandwirte aus Neerstedt, gab es Lob – vor allem deshalb, „weil von Anfang an von allen Seiten sehr sachlich diskutiert wurde“.

Landwirte gegen Treckermaut

Auf keinen gemeinsamen Nenner kamen Politiker und Landwirte beim Thema Treckermaut. Landwirte sowie Westermann und Heins waren dagegen. Ihr Argument: Nicht nur die Landwirte vor Ort würden mit ihren Fahrzeugen vor Ort den Zustand der Straßen verschlechtern, sondern beispielsweise auch Versorgungslastwagen, Busse und Müllabfuhr. Die müssten sich dann auch an den Kosten beteiligen. Inzwischen werde allerdings über einen Kompromissvorschlag nachgedacht: Die Landwirte könnten künftig eine Hektarpauschale direkt in die Straßenbaukasse zahlen.

Konsens beim Thema Stallbauten

Beim Thema Tierhaltungsanlagen gab es zumindest dahingehend Konsens, dass sich die Parteien-Vertreter dafür aussprachen, „Stallbauten in verträglichem Maß zuzulassen“. Allerdings schränkte Hüsers ein, die Strukturen auf den Höfen insgesamt klein zu halten.

„Bevölkerung jahrzentelang nicht mitgenommen“

Beim Thema Akzeptanz wurde eingeräumt, dass die Landwirte die Bevölkerung jahrzehntelang „nicht mitgenommen hatten“. Seit rund zwei Jahren sei das Landvolk aber erfolgreich dabei, darüber zu informieren, wie Landwirtschaft heute funktioniert, hieß es in der Diskussion. Heins ergänzte: Man müsse allerdings auch in der Schule ansetzen und erklären, dass Betriebe nicht mehr so kleinstrukturiert seien wie damals.