Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Polizei meldet Einsatz verspätet Familienstreit in Bookholzberger Flüchtlingsunterkunft

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 22.03.2016, 18:15 Uhr

In einer gemeinsamen Presseerklärung haben die Polizei und die Gemeinde Ganderkesee am Dienstagnachmittag Stellung zu einem zuvor nicht gemeldeten Polizeieinsatz in der Bookholzberger Flüchtlingsunterkunft am Wellenhofsweg bezogen.

Der Vorfall war zuerst in einer Bookholzberger Facebook-Gruppe aufgegriffen worden. Die Diskussion wurde inzwischen gelöscht. Nach Polizeiangaben waren demnach bereits am Samstag, 19. März, in der Mobilhalle drei Familienmitglieder in einen Streit geraten, der den Polizeieinsatz nach sich zog. Ein am Streit beteiligter Mann wurde leicht verletzt. Erste Meldungen über eine Beteiligung von deutlich mehr Personen hätten sich vor Ort laut Polizei nicht bestätigt. Die Beamten seien aber mit mehreren Streifenwagen ausgerückt, weil die Lage zunächst unklar erschien. Neben den Einsatzkräften von Polizei und Rettungsdienst sei auch ein Vertreter der Gemeinde am Sonnabend vor Ort gewesen. Der Einsatz sei von Anwohnern bemerkt und anschließend privat in den sozialen Medien verbreitet worden.

Polizei dementiert Gerüchte

Falsch seien unter anderem Gerüchte, nach denen auch ein Polizist verletzt worden sein soll.

Dass der Einsatz nicht öffentlich gemacht wurde, begründete die Polizei damit, dass sie bei Familienstreitigkeiten oder Fällen von häuslicher Gewalt in der Regel keine Meldungen an die Öffentlichkeit gebe, um die Rechte der Geschädigten und Opfer zu wahren. Das geschehe unabhängig von der Örtlichkeit oder den Beteiligten. Weiterlesen: Randale in Bremer Flüchtlingsunterkunft 

Verwalter der Gruppe: „Keine Zensur betrieben“

Die Löschung der Diskussion auf Facebook über den Polizeieinsatz wurde am Dienstag von Teilnehmern der Facebook-Gruppe heftig kritisiert. Der Administrator beteuerte, dass keine Zensur betrieben worden sei. Die Löschung sei „aufgrund einer wöchentlichen Aktualisierung veranlasst, da die Übersichtlichkeit langsam verloren ginge“. Themen könnten jederzeit wieder aufgegriffen werden, solange sie sachlich blieben. Er verwies auf die Pressemitteilung der Polizei und der Gemeinde.