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Präventionstag in Oberschule Erwachsene sind beim Alkohol schlechte Vorbilder

Von Dirk Hamm | 29.01.2018, 17:40 Uhr

Bookholzberg/Landkreis Oldenburg. Aufklärung auch zum Alkoholkonsum hat der Präventionstag an der Oberschule in Bookholzberg geboten. Das Konsumverhalten der Erwachsenen ist wenig hilfreich.

Im Landkreis Oldenburg ist die Zahl der Jugendlichen unter 18 Jahren, die wegen einer akuter Alkoholvergiftung stationär behandelt werden müssen, im Jahr 2016 leicht rückläufig gewesen: Wurden in dem Jahr 22 Jugendliche im Vollrausch ins Krankenhaus eingeliefert, waren es im Jahr davor noch 29. Der gegenläufige Trend wurde 2016 im gesamten Bundesland festgestellt, berichtet die Krankenkasse IKK classic auf der Grundlage von Daten des Landesamts für Statistik.

Demnach hat die Zahl der unter 18-Jährigen mit Alkoholvergiftung gegenüber 2015 um mehr als fünf Prozent zugenommen. Altersübergreifend ist die Zahl der klinischen Behandlungsfälle wegen übermäßigen Alkoholkonsums mit 11.906 nahezu unverändert geblieben.

Prävention mit der Rauschbrille

Das Thema Alkoholkonsum war gestern auch Bestandteil des Thementags zur Suchtprävention an der Oberschule an der Ellerbäke. Von der ersten bis zur sechsten Schulstunde haben Lehrkräfte, Mitarbeiter der Gemeindejugendpflege und des Jugendzentrums Kaffeepott sowie externe Referenten die Schüler jedes Jahrgangs für die Gefahren jeweils einer Abhängigkeit sensibilisiert. Das Spektrum der Themen reichte vom Cybermobbing in Klasse 5 bis zur Drogensucht am Beispiel von Crystal Meth in der zehnten Jahrgangsstufe.

Die Schüler der 7. Klasse durchliefen in Kleingruppen fünf Stationen eines Mitmach-Parcours, der über die Folgen des übermäßigen Alkohol- und des Tabakkonsums aufklären sollte. Dazu wurde beispielsweise die vielen schon bekannte Rauschbrille aufgesetzt, mit der simuliert wird, wie sehr ein Alkoholrausch die Wahrnehmung und die Koordinationsfähigkeit einschränkt.

Verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol als Ziel

In der Mehrzahl seien die Schüler der 7. Klasse noch unerfahren, was Trunkenheit angeht, sagt Maria Rüschendorf von der Fachstelle Sucht der Diakonie in Wildeshausen. Wichtig sei deshalb, mit der Prävention rechtzeitig anzusetzen, um aufzuzeigen, welche Ausfallerscheinungen es nach sich zieht, wenn man übermäßig trinkt. „Man wird nicht alle Kinder bekehren, aber es bleibt bei diesen Thementagen immer etwas im Bewusstsein hängen“, ergänzt Schulsozialpädagogin Nina Müller.

Problematisch ist laut Rüschendorf die „sehr hohe Toleranz unter den Erwachsenen gegenüber dem Rauschtrinken“, was ein schlechtes Vorbild für die Jugendlichen abgebe. Dabei gehe es nicht darum, den jungen Leuten den Alkoholgenuss komplett abspenstig zu machen, sondern um einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Genussmittel.