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„Preislich nicht auf einem Nenner“ Kreis lehnt Angebot für Flüchtlinge in Steinkimmen ab

Von Thomas Deeken | 30.07.2015, 16:18 Uhr

Der Landkreis hat das Angebot der Viasol gGmbH abgelehnt, im Jugendhof Steinkimmen eine zentrale Unterkunft für Flüchtlinge einzurichten. „Wir sind preislich nicht auf einen Nenner gekommen“, teilte Ulrich Theile, Vertreter von Bodo Bode, Leiter des Amtes für Arbeit und Soziale Sicherung, am Donnerstag, 30. Juli 2015, mit – ohne allerdings Zahlen im Detail zu kennen.

Theile könne sich allerdings vorstellen, dass die Türen zum Jugendhof nicht endgültig verschlossen seien und dass bei Bedarf das Gespräch mit Viasol fortgeführt werde. Weitere Informationen würde es frühestens in einer Woche geben, wenn Bode aus dem Urlaub zurückkehrt. Derzeit sei erst einmal Sendepause.

Viasol weiterhin gesprächsbereit

Kerstin Lehmann, Geschäftsführerin von Viasol, könne nicht verstehen, dass ihr Angebot zu teuer sein soll. Sie habe ein Angebot für eine Unterbringung von 50 Flüchtlingen abgegeben. „Alles, was darunter ist, rechnet sich nicht“, sagte sie am Donnerstag. Gesprächsbereit sei sie weiterhin. Jetzt warte sie ab, ob sich der Landkreis bei ihr meldet. In Steinkimmen gebe es ausreichend Platz. Außerdem könne Viasol innerhalb von drei Monaten reagieren, um Räume zur Verfügung zu stellen.

Heinken will Gespräch mit Kreis suchen

Rainer Heinken, Fachdienstleiter Soziale Hilfen in der Gemeinde Ganderkesee, sei überrascht von dieser Entwicklung. „Wir werden uns auf jeden Fall mit dem Kreis in Verbindung setzen“, sagte er.

Maximal 25 Flüchtlinge pro Unterkunft

Wie berichtet, haben sich die Fraktionsvorsitzenden des Rates in Ganderkesee darauf geeinigt, dass in zentralen Unterkünften in der Gemeinde maximal 25 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. In der Diskussion waren zuletzt lediglich die Standorte Rethorn mit dem Haus Cristina und Steinkimmen mit dem Jugendhof, wo anfangs noch von 100 Flüchtlingen die Rede war.