Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Problem Leinenzwang Kreisjägermeister: „Freifläche für Hunde wäre Lösung“

29.03.2015, 18:37 Uhr

Der NABU und die Kreisjägerschaft appellieren an Hundehalter, die gesetzliche Leinenpflicht einzuhalten. von Katja Butschbach und Tina Spiecker

Hunde müssen in wenigen Tagen wieder angeleint werden: Dass der Grund für den Leinenzwang weniger die mögliche Hetze, sondern vielmehr das Aufscheuchen von Wildtieren ist, betont Kreisjägermeister Helmut Blauth. In den meisten Fällen töte nicht der Hund Vögel und Säugetiere; er scheuche diese aber auf, sodass die Muttertiere ihre Gelege verließen und so die natürlichen Feinde leichten Zugriff darauf erhielten. „Auf diesen Moment warten Bussard oder Rabenkrähe und holen sich die jungen Hasen und Vögel“, erklärt Blauth. Ebenso könne es aber auch durch eine Hetzjagd bei trächtigem Wild zu Totgeburten kommen; auch Muttertiere seien schon gerissen worden. Sein Appell an die Politik: „Wir brauchen Freiflächen für Ganderkesee und die umliegenden Gemeinden, auf denen Hunde ganzjährig frei laufen können“, fordert Blauth. Alternativen seien wirksamer als Verbote. An die Hundehalter appelliert Blauth, der Leinenpflicht unbedingt nachzukommen. „Wir haben aber leider sehr schlechte Erfahrung mit Hundehaltern, was deren Einsicht angeht. Und leider fehlt das Personal für mehr Kontrollen.“

Auch der NABU Ganderkesee erinnert an die Anleinpflicht. Vorsitzender Hans Fingerhut: „Leider trifft man immer wieder auf Hundehalter, die ihre vierbeinigen Freunde nahezu überall von der Leine lassen, und das während der gesetzlichen Leinenpflicht vom 1. April bis 15. Juli.“ Er fügt hinzu: „Äußerungen wie ‚Mein Hund jagt nicht‘ oder ‚Hier ist doch gar nichts, wo sollen denn hier Vögel sein?‘ sind typische Antworten, wenn man das Thema vorsichtig anspricht.“ Laut NABU brüten viele Vogelarten aber gerade dort, wo Bodenbruten manchmal kaum möglich scheinen.