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Probleme mit Baurecht Nachfrage nach Bauland in Hude viel höher als Angebot

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 04.08.2016, 19:01 Uhr

Die Nachfrage nach Bauland in Hude übertrifft das Angebot um ein Vielfaches. Angebote in Dörfern wie Vielstedt scheitern am Baurecht.

Die Gemeinde Hude zieht Bauwillige magnetisch an. Das Angebot freier Bauplätze hinkt allerdings weit hinter der Nachfrage her. „Im Rathaus sind 247 Bauwillige registriert, denen zurzeit kein Angebot gemacht werden kann“, berichtete CDU-Ratsherr Wilfried Siems jetzt am Rande einer Fläche an der Wilhelmstraße in Hude-Nord, wo rund 20 Bauplätze entstehen sollen. Ein Tropfen auf den heißen Stein, aber das Projekt soll wenigstens zügig angepackt werden: „Der Planer der Gemeinde stellt dem Fachausschuss seine Vorstellungen am nächsten Mittwoch vor“, berichtete Siems am Donnerstag, 4. August, einer Gruppe von Radlern, die den CDU-Landtagsabgeordneten Ansgar Focke auf einer Sommertour durch die Gemeinde Hude begleitete.

Baurecht und Finanzpolitik hinderlich

Im weitgehend ländlich geprägten Ort Vielstedt würde mancher Landwirt gerne ein zusätzliches Haus auf sein Anwesen stellen, jungen Familienmitgliedern das Verbleiben in der Dorfgemeinschaft erleichtern und helfen, die Baulandnot zu lindern, berichtete Ute Tönjes den Radlern an der nächsten Station der Radtour. Das Etappenziel war die neu errichtete Remise am Kastanienweg. Strikte Regeln im Baurecht stünden dem Wunsch allerdings häufig im Wege, so die Vorsitzende des Orts- und Heimatvereins Vielstedt. „Auch wir wollten ein Altenteilerhaus bauen. Das hat der Landkreis Oldenburg mit dem Argument verhindert, es sei kein Zusammenhang mit unserem Hof zu erkennen“, so Tönjes. Die Vielstedter forderten den Abgeordneten auf, in Hannover auf Lockerungen im Baurecht hinzuwirken. Ausgebremst wird die Baulandpolitik laut Tönjes auch von der Finanzpolitik. „Alle wollen bauen, keiner will Flächen verkaufen. Was soll man bei der aktuellen Verzinsung mit Geld?“, fragt sie sich.

Nein zu Treckermaut

Einig waren sich die Vielstedter mit dem Abgeordneten aus Ganderkesee, dass eine Treckermaut für die Reparatur zerfahrener Wirtschaftswege nicht in Frage kommt. Das sei eine einseitige Belastung der Landwirtschaft. „Die Gesellschaft will Biogas haben. Dann muss sie sich auch an den Reparaturkosten beteiligen, wenn die dafür nötigen schweren Fahrzeuge Schäden verursachen“, argumentiert Tönjes. „Wir müssen im sachlichen Gespräch mit den Landwirten Lösungen finden“, stellte Focke fest. Dirk Vorlauf, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands und Kandidat bei der Kreistags- und Gemeinderatswahl im September, zeigte einen möglichen Weg auf: „Es gibt immer noch das Instrument Flurbereinigung mit 80 Prozent Zuschuss.“ Ansonsten müsse im Einzelfall beurteilt werden, wer welchen Vorteil bei der Sanierung eines Weges im ländlichen Raum hat.

Straße und Radweg marode

Bernd-Lutz Sanders, stellvertretender Vorsitzender des Vielstedter Orts- und Heimatvereins, lenkte die Aufmerksamkeit auf den Sanierungsbedarf der Vielstedter Straße. Die Kreisstraße sei die Hauptverbindung zwischen der Autobahn 28 und dem Kernort Hude. „Der Radweg darf nicht vergessen werden“, so Sanders, „wer da langfährt, muss den Lenker kräftig festhalten.“ Aus seiner Arbeit als Kreistagsabgeordneter berichtete Focke, dass die Straße ganz oben auf der Prioritätenliste steht und 2017 repariert werden soll. Er werde die Vielstedter umgehend informieren, wenn an diesem Zeitplan gerüttelt wird.