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Projekt des Landkreises E-Auto soll Seniorenarbeit in Ganderkesee revolutionieren

Von Vincent Buß | 10.12.2018, 19:25 Uhr

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Ein neues E-Auto verändert die ehrenamtliche Seniorenarbeit in Ganderkesee. Auch in anderen Gemeinden des Landkreises Oldenburg tut sich etwas in Sachen Elektromobilität.

Wenn Rüdiger Laudien ehrenamtlich als Wohnberater in Ganderkesee unterwegs ist, muss er viel Einsatz zeigen. Den Sprit zahlt der 76-Jährige selbst, die Fahrten sind nicht versichert und die Abnutzung kommt auch noch hinzu. „Das muss ja nicht sein“, findet der Ganderkeseer, „wenn wir schon unsere Freizeit aufopfern.“ Manche Ehrenamtliche haben diese Umstände laut Laudien vom Fahren abgehalten. Doch das ändert sich jetzt.

Denn die Gemeinde Ganderkesee hat ihr zweites E-Auto bekommen. Ab dem kommenden Jahr soll der Renault Zoe vor allem den ehrenamtlichen Seniorenbegleitern und Wohnberatern für ihre Fahrten dienen. Damit werden mehrere Ziele verfolgt. „Das E-Auto sorgt für mehr Flexibilität im ländlichen Raum“, erklärt Lars Gremlowski, Klimaschutzmanager der Gemeinde Ganderkesee. Weil das Fahrzeug für ehrenamtliche Arbeiten genutzt werde, habe es auch einen sozialen Aspekt. Und durch die mangelnden Abgase schone es das Klima.

Wie es in anderen Gemeinden aussieht

Ganderkesee ist nicht die einzige Gemeinde im Landkreis Oldenburg, die auf E-Autos setzt. Im Rahmen des Projekts „Nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum – Nutzung von Bürgerautos im Landkreis Oldenburg“ bekamen auch Dünsen, Kirchseelte, Dötlingen und Wildeshausen neue Fahrzeuge.

Wie in Ganderkesee würden sie auch in Dötlingen vor allem in der Seniorenarbeit eingesetzt werden, sagt Gremlowski. Dünsen und Kirchseelte würden ihre E-Autos vor allem zum Transport auf dem Land nutzten. „Zum Beispiel für Sammelfahrten zum Wochenmarkt“, erläutert der Klimaschutzmanager. In Wildeshausen sei es für die BBS im Einsatz.

Das Projekt des Landkreises wird vom Bundesumweltministerium gefördert. Ein E-Auto koste rund 24.000, sagt Manuela Schöne, Klimaschutzmanagerin des Landkreises. Ein Teil der Fördermittel fließe auch in den Ausbau der Ladestationen.

Umstellungen in Gemeinde-Fuhrparks erwünscht

Außerhalb des Projekts haben sich Schöne zufolge zum Beispiel auch Wardenburg und Großenkneten Elektrofahrzeuge zugelegt, als Gemeinde-Dienstwagen. „Auch der Landkreis will 2019 zwei Dienstwagen durch E-Autos ersetzen“, kündigt Schöne an. Die Klimaschutzmanagerin würde es begrüßen, wenn der gesamte Fuhrpark des Landkreises umgestellt würde.

Ihr Kollege Gremlowski äußert sich ähnlich in Bezug auf Ganderkesee. „Wenn ein kompletter Umstieg Sinn macht, ist er nicht ausgeschlossen.“ Mit dem ersten Fahrzeug, das als Gemeinde-Dienstwagen verwendet wird, sei man zufrieden, auch in Hinblick auf die bei E-Autos recht begrenzte Reichweite. „Für unsere Zwecke reicht es“, erklärt er. Mehrere Fahrten am Tag bis nach Bremen oder Oldenburg seien allerdings schwierig. Für ein drittes Bürgerauto, wie die E-Autos für die Ehrenamtlichen genannt werden, gibt es laut Gremlowski allerdings noch keine Pläne.

Das ist der Nutzen für die Bürger

Privatleute profitieren vom Bürgerauto zwar nur im Rahmen der ehrenamtlichen Arbeit – sie dürfen es ansonsten nicht nutzen. Aber der Landkreis und seine Gemeinden unterstützen es laut Schöne, wenn Bürger privat auf E-Autos setzen. So verleihen sie Karten, sodass die Besitzer ihre Autobatterien kostenlos laden können. „Und wenn jemand ein Elektroauto kauft und es anmeldet, bekommt er von uns für ein Jahr eine eigene Karte“, wirbt Schöne.

Für Laudien und die anderen Ehrenamtlichen stehen im Januar erst einmal Schulungen mit dem E-Auto an. Er ist sich sicher, dass in Zukunft noch mehr Ehrenamtliche fahren werden. Davon würde die Seniorenarbeit der Gemeinde profitieren.