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Prozessauftakt Ganderkeseer soll zwei junge Frauen vergewaltigt haben

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 06.03.2017, 20:10 Uhr

Drei Anträge der Verteidigung haben gestern vor dem Jugendschöffengericht Delmenhorst den Beginn eines Prozesses gegen einen inzwischen 22-jährigen Ganderkeseer wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung von zwei zu den Tatzeiten 14- und 15-jährigen jungen Frauen nicht verhindern können.

Der Mann, inzwischen Student, ist angeklagt, 2013 seine damals 14-jährige Freundin sowie 2014 eine neue, damals 15-jährige Freundin zum Sex gezwungen zu haben. Anfang Januar war der Prozessauftakt geplatzt, weil zwei Zeuginnen nicht erschienen waren.

Befangenheitsantrag scheitert

Im Zusammenhang mit einer Äußerung des Richters gegenüber der Presse zum missglückten Prozessauftakt stellte die Verteidigung den Befangenheitsantrag. Der Richter, der sich in seiner Eigenschaft als Pressesprecher geäußert hatte, sei voreingenommen und von der Schuld des Angeklagten schon überzeugt. In einem umgehend einberufenen Zwischenverfahren wurde dieser Antrag ebenso verworfen wie zwei weitere Versuche der Verteidigung, mit Anträgen den Prozess auszusetzen oder ihn ganz zu verhindern.

Kurze Beziehungen geführt

Die beiden jungen Frauen räumten ein, dass sie mit dem Angeklagten im Zeitraum der mutmaßlichen Vergewaltigung eine kurze Beziehung geführt haben. Der Angeklagte bestätigte, in diesen Beziehungen jeweils Verkehr mit ihnen gehabt zu haben. Dieser sei aber stets einvernehmlich verlaufen.

Alkohol, Marihuana und Kokain konsumiert

Die Lebensumstände aller Beteiligten, das wurde gestern klar, waren offenbar alles andere als geordnet: So gaben sowohl der Angeklagte als auch die damals Minderjährigen zu, oft Alkohol, Kokain und Marihuana konsumiert zu haben. Nach eigenen Angaben ist der Angeklagte davon inzwischen abgekommen.

Erinnerungslücken

Das angesichts der Erinnerungslücken der mutmaßlichen Opfer sehr um Aufklärung bemühte Gericht befragte neben den beiden auch eine Freundin sowie eine Polizistin.

Weitere Ermittlungen

Denn die Vergewaltigungsvorwürfe waren erst bei Ermittlungen gegen den Angeklagten und weitere Personen wegen Drogenkonsums und Gewalttaten ans Licht gekommen. Die jungen Frauen schilderten den Angeklagten dabei als gewalttätig.

Elektroschocker im Spiel

So soll er die damals 14-Jährige auch mit einem Elektroschocker bedroht haben. Die andere soll er gewürgt haben. Weitere Aufklärung will das Gericht am 20. März in den Fall bringen. Insgesamt sollen noch sieben weitere Zeugen gehört werden.