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Quote im Kreis Oldenburg soll wachsen Betriebe sollen mehr Menschen mit Beeinträchtigungen einstellen

Von Thorsten Konkel | 19.03.2015, 19:24 Uhr

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Inklusion am Arbeitsplatz: Das Ganderkeseer Unternehmen k-nord gilt darin als Vorzeigebetrieb. Der „Runde Tisch Inklusion“, die Wirtschaftsförderung des Landkreises (WLO) und die Delme-Werkstätten wollen mehr Beeinträchtigte in Arbeit bringen.

. Noch immer gibt es zu viele Unternehmen im Landkreis Oldenburg,, die Vorurteile gegenüber der Anstellung von Kollegen mit Handicap haben. Seit 2011 engagiert sich der „Runde Tisch Inklusion“ im Landkreis unter anderem dafür, Menschen mit Beeinträchtigungen in den regulären Arbeitsmarkt einzubinden.

Plädoyer für mehr Beeinträchtigte in den Betrieben

Dieser ablehnenden Haltung ist der Geschäftsführer des Ganderkeseer Umweltdienstleisters k-nord Andreas Lange gestern vehement entgegengetreten. „Es kommt nicht darauf an, ob jemand eine Behinderung hat, sondern ob er arbeiten will“, hat Lange bei dem von der Wirtschaftsförderung des Landkreises (WLO) initiierten Informationsbesuch betont.

Das Unternehmen an der Weststraße gilt laut dem WLO-Geschäftsführer Hans-Werner Aschoff als Vorzeigebetrieb: Bereits Ende der 1990er Jahre bot der k-nord-Vorläufer Umweltschutz Nord den Beeinträchtigten Praktika. k-nord hat nach dem Betriebsübergang über die Jahre daraus echte Beschäftigungsverhältnisse gemacht.

„Zwei Kollegen sind bei uns angestellt, drei weitere kommen von den Delme-Werkstätten zu uns“, sagte Anlagenleiter Andreas Besser.

Eingesetzt werden die fünf auf dem Wertstoffhof und im Kompostwerk. Dazu gehöre auch das Bedienen schwerer Fahrzeuge, darunter Radlader. „Auch in der Entpackung und Verwertung sind die fünf tätig“, sagte Besser.

Großzügige Zuschüsse möglich

Auf die umfangreichen Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber bei der Einstellung von Beeinträchtigten wies Helga Landsberg vom Integrationsfachdienst hin: „Die Schaffung eines Arbeitsplatzes für Menschen mit Beeinträchtigung wird sehr großzügig bezuschusst“, betonte sie. Neben Lohnkostenzuschüssen als Ausgleich einer Minderleistung in Höhe von 50 bis 70 Prozent des Arbeitgeber-Bruttolohns würden gegebenenfalls auch geeignete Maschinen bezuschusst. Auch für die technische Umrüstung des Arbeitsplatzes könnten Gelder gewährt werden.

Vermittlung noch schwierig

Vom schwierigen Vermittlungsgeschäft berichtete Kalle Japs von den Delme-Werkstätten. „Ein Praktikumsplatz ist eher zu vermitteln als eine Festanstellung“, sagte er.

Einige Arbeitgeber sorgten sich, die Beeinträchtigten notfalls nicht schnell genug entlassen zu können, sollten die neuen Arbeitnehmer im Betrieb nicht zurechtkommen. Das hält Andreas Lange für unbegründet. „Man muss aber Geduld haben, und Behinderte und Nichtbehinderte müssen lernen, miteinander auszukommen. Alle müssen sich in den Betrieb integrieren, dann klappt es“, machte er deutlich.