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Ratsherr Sackmann gegen B212neu Zusätzliche 6000 Fahrzeuge in Bookholzberg befürchtet

Von Thomas Deeken | 29.01.2016, 17:07 Uhr

Ratsherr Otto Sackmann will möglicherweise das Thema Ortsumgehung Bookholzberg wieder aus der Schublade holen, wenn die B212neu tatsächlich komplett umgesetzt wird. Das hat der Vorsitzende der Fraktion UWG/Marbach gegenüber dem dk betont. Der Grund: Es werde dann auch ein deutlich erhöhtes Verkehrsaufkommen im Norden der Gemeinde Ganderkesee geben.

Derzeit fahren laut Sackmann täglich bis zu 23.000 Fahrzeuge durch Bookholzberg. Nach Fertigstellung der B212neu zwischen Berne und der A281, deren genauer Verlauf immer noch nicht feststeht, könnten durch eine Verkehrsverlagerung mindestens zusätzliche 6000 Fahrzeuge auf den Bookholzberger Straßen unterwegs sein – „auch dann, wenn es Möglichkeiten geben sollte, den Lastwagenverkehr einzuschränken“, glaubt der Fraktionsvorsitzende. Diese Zahl sei in Gesprächen bereits genannt, aber nicht offiziell bestätigt worden.

„B212neu ist überhaupt nicht notwendig“

Aus Sackmanns Sicht ist die B212neu überhaupt nicht notwendig. Zwar sei die Berner Ortsumgehung wichtig. Und der Damm für die Straße bis Harmenhausen sei auch schon angelegt. Es sei aber „weggeworfenes Geld“, die Bundesstraße zwischen Harmenhausen und A281 zu bauen, weil gar nicht wesentlich mehr Verkehr zu erwarten sei. Das hätten die Verkehrszählungen der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in den vergangenen Jahren gezeigt, so der Bookholzberger. Er rechne auch nicht damit, dass die neuesten Zahlen, die im April dieses Jahres bekannt gegeben werden sollen, auf eine deutliche Steigerung des Verkehrsaufkommens schließen ließen.

Resolution Mitte 2015 abgelehnt

Sackmann, als Mitglied der Bürgerinitiative Bookholzberg im Arbeitskreis vertreten, der laut Verkehrsbehörde bei der Entscheidung um den künftigen Trassenverlauf mit eingebunden sei, habe Mitte 2015 bei Kreis- und Gemeindeverwaltung beantragt, man möge eine Resolution beschließen, „dass die B212neu zwischen Harmenhausen und der A281 nicht gebaut werden soll“. Das sei allerdings abgelehnt worden. Dennoch sei er fest überzeugt, dass die Straße überflüssig ist.

Warten auf Antworten von Landrat und Bürgermeisterin

In diesem Zusammenhang ärgere sich der Ratsherr zusätzlich darüber, dass er bis heute keine Antworten seitens der Kreisverwaltung und der Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas auf seine schriftlichen Anfragen nach der Wichtigkeit und der Notwendigkeit der B212neu erhalten habe. Der ehemalige Landrat Frank Eger und die Ganderkeseer Bürgermeisterin hätten vor Jahren bei öffentlichen Bürgerversammlungen in Hoykenkamp und Stenum betont, dass die geplante Bundesstraße „ganz wichtig für den Landkreis beziehungsweise für die Gemeinde“ sei. „Die Begründung haben sie mir aber bislang nicht gesagt“, so Sackmann. „Auch der neue Landrat Carsten Harings nicht.“