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Ratssitzung in Ganderkesee Grüne gegen Erweiterung des Gewerbegebietes Westtangente

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 27.10.2017, 14:03 Uhr

Der Rat der Gemeinde Ganderkesee hat am Donnerstagabend mehrheitlich die zweite Nachtragshaushaltssatzung und den zweiten Nachtragshaushaltsplan 2017 beschlossen. Es gab 30 Ja-Stimmen, vier Ratsmitglieder stimmten dagegen – und zwar die komplette Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

Grünen-Fraktionschef Dr. Volker Schulz-Berendt unterstrich wie vor Kurzem im Finanzausschuss, dass die Grünen sich wegen der Erweiterung des Gewerbegebietes Westtangente gegen den Beschluss aussprachen. Die Fraktion lehne grundsätzlich die Ausweitung weiterer Gewerbegebiete ab, betonte der Vorsitzende der Fraktion. Der Grund: Es gebe immer mehr Emissionen, immer mehr Verkehr und einen erhöhten Ressourcen- und Flächenverbrauch. Das passe nicht mit dem Ziel der Gemeinde zusammen, den Klimaschutz voranzutreiben. „Wir können uns ständiges Wachstum nicht mehr erlauben. Die große Herausforderung muss sein: Wie kriegen wir es hin, ohne Wachstum gut leben zu können?“

Gegenreaktionen von FDP und CDU

Darauf konterte Marion Daniel, Fraktionschefin der FDP: „Wir sind eine aufstrebende Gemeinde. Dazu gehören auch Gewerbe- und Baugebiete sowie neue Arbeitsplätze.“ Und auch Cindy Klüner, Vorsitzende der CDU-Fraktion, äußerte sich positiv zu Gewerbe- und Baugebieten, sprach sich aber für eine maßvolle Erweiterung aus. Darüber hinaus betonte sie: „Uns geht es gut, und das soll auch für die nachfolgende Generation gelten.“

Thema Bebauungsplan 244 kurzfristig abgesetzt

Das Thema Bebauungsplan 244 „Westlich Brüninger Weg“ war zu Beginn der Ratssitzung kurzfristig von der Tagesordnung genommen worden. Wie die Mitglieder des Gemeindeentwicklungsausschusses hatte sich auch der Verwaltungsausschuss einen Tag vor der Ratssitzung dafür ausgesprochen, den Plan noch einmal zu ändern. Die Ausschussmitglieder hatten den ursprünglichen Entwurf abgelehnt, weil Ende August noch kurzfristig eine angrenzende Fläche in der Größe von 6000 Quadratmetern zur Verfügung gestellt worden ist. Jetzt soll dieses Bauland mit in den bisherigen Plan eingearbeitet werden. Der geänderte Entwurf muss anschließend erneut öffentlich ausgelegt werden. Ob der Satzungsbeschluss noch in diesem Jahr gefasst werden kann, ist fraglich.