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Reanimation bei plötzlichem Herztod Beherztes Drücken rettet bei Herzstillstand Leben

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 22.12.2016, 17:10 Uhr

Das „Ha,ha,ha,ha“ der BeeGees liefert den Rhythmus der Druckmassage beim plötzlichen Herztod. Auf dem Land ist die Laien-Soforthilfe besonders wichtig.

Bewohner des Landkreises Oldenburg gehen beherzt zur Sache, wenn sie mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand oder plötzlichen Herztod konfrontiert werden. Laut Dr. Peter Günther, dem ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Oldenburg, ist die „Laienreanimation“ hier in 41,7 Prozent der Fälle begonnen worden. „Dies stellt einen sehr guten Wert dar, denn gerade die ersten Minuten sind bei der Wiederbelebung entscheidend“, erläutert Günther. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 33,7 Prozent.

„Staying alive“ gibt den Rhythmus

Kräftig und im Rhythmus des Hits „Staying alive“ auf den Brustkorb drücken, bis der Notarzt oder Rettungssanitäter eintrifft: Das ist Günther zufolge besonders wichtig im ländlich strukturierten Kreisgebiet mit weitem Weg zu den Spezialkliniken in Bremen, Oldenburg, Vechta und Westerstede.

Ersthilfe-Anleitung per Telefon

Ein zweiter wichtiger Punkt sei die „Telefonreanimation“: Der Disponent der Großleitstelle in Oldenburg führt den Ersthelfer per Fernsprecher laiengerecht und strukturiert durch die erforderlichen Maßnahmen zur Wiederbelebung. Das hat es im Landkreis Oldenburg in 36 Prozent der Fälle gegeben. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 16,5 Prozent.

Fachräfte werden ständig geschult

Günther hat die Zahlen dem Deutschen Reanimationsregister entnommen, an dem der Landkreis Oldenburg seit Sommer 2015 beteiligt ist. Er weist darauf hin, dass die Verantwortlichen im Rettungsdienst und die Mitarbeiter der Großleitstelle kontinuierlich für die Prozesse im Zusammenhang mit dem plötzlichen Herzstillstand geschult werden. Dennoch erreicht nur einer von vier Herzstillstandpatienten das Krankenhaus lebend, während es im Bundesdurchschnitt einer von dreien ist. Der Land-Mensch habe wegen der Infrastruktur gegenüber dem Städter die etwas schlechtere Prognose im Falle des Herz-Kreislauf-Stillstands, lautet Günthers Kommentar, „dafür lebt er aber offensichtlich gesünder.“