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Retter häufig selbst in Gefahr Notärzte und Feuerwehr üben Zusammenspiel bei Chemieunfällen

Von Thorsten Konkel | 16.04.2015, 13:20 Uhr

Das Zusammenspiel von Feuerwehr, Notärzten und Rettungsdiensten bei Gefahrgutunfällen sowie die Dekontamination von Verletzten haben örtliche Rettungskräfte am Mittwochabend bei der Feuerwehr Bergedorf geübt. Die Ortsfeuerwehr Bergedorf stellt die Dekontaminationseineit des bei der Feuerwehr Ganderkesee ansässigen Gefahrgutzuges für den Landkreis Oldenburg.

Einsätze immer gefährlicher

Die Einsätze mit gefährlichen Stoffen gehören für die Feuerwehren in der Gemeinde und im Landkreis Oldenburg beinahe schon zum Tagesgeschäft: Das haben zuletzt am 23. März der Verkehrsunfall auf der A1 bei Groß Ippener mit einem mit Tierblut beladenen Tanklastzug und der Chemieunfall am 31. März bei der Ganderkeseer Schmalriede-Zink GmbH & Co. KG bewiesen. In der Nachtschicht wurde dort 16 Beschäftigte durch Chlorgas verletzt.

Während sich die Feuerwehrleute von Beginn an mit Atemschutzgeräten oder gleich ganzen Schutzanzügen schützen können, gilt dies nicht immer für Notärzte und Rettungsdienstpersonal: „Oftmals wird der Rettungsdienst zu einem Einsatz gerufen, und erst während die Helfer vor Ort sind, stellt sich heraus, dass hier gefährliche Stoffe in der Umgebung sind“, betonte Bergedorfs Ortsbrandmeister und Verantwortlicher der Dekontaminationseinheit Jens Schröder.

Großalarm ausgelöst

So auch bei Schmalriede: Nachdem damals der Rettungsdienst zunächst bloß wegen eines Arbeitsunfalls auf das Gelände gerufen worden war, erkannten die Retter die Lage erst vor Ort und lösten sofort Großalarm aus. Bei Gefahrgut-Großlagen wie Chemieunfällen kann vor allem die Notdekontamination von Verletzten über deren Überleben entscheiden. Das kann die Feuerwehr aber häufig nur mithilfe medizinischer Experten richtig angehen. Zur Demonstration wurde den Brandschützern und Ärzten aus dem Landkreis, der Berufsfeuerwehr Delmenhorst und der Exxon-Mobil-Werksfeuerwehr eine Notdekontamination an einem Kameraden vorgeführt. „Wir haben unterschiedliche Vorgehensweisen festgestellt, darüber diskutiert und viele neue Ansätze gefunden“, lobte Schröder der Erfolg des Abends, der wiederholt werden soll. Die in Großenkneten ansässige Exxon-Mobil-Werksfeuerwehr werde sich künftig ebenfalls auf Gefahrguteinsätze im Landkreis vorbereiten, sagte er.