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Rettungsdienst in Hude Rettungswache in Hude rast die Zeit davon

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 06.12.2016, 19:14 Uhr

Die Gemeinde Hude sagt eine Sondersitzung des Rats zum Thema DRK ab. Mit der ungeklärten Lage begründet der Landkreis die Auslagerung des Rettungsdienstes.

Die Gemeinde Hude hat die geplante Sondersitzung des Gemeinderats zu den Themen Neubau eines Bürogebäudes beim Rathaus und Vertragsbeziehungen zum DRK-Kreisverband Oldenburg-Land kurzfristig aus dem Terminkalender gestrichen. Die aktuelle Sachlage gibt laut Bürgermeister Holger Lebedinzew die öffentliche Behandlung der Themen in dieser Woche nicht her. Die Absage passt zur Aussage des DRK-Kreisgeschäftsführers Michael Venzke, zurzeit liefen komplizierte Verhandlungen.

Aufschub für eine Woche geplant

Die Verwaltung könne eine Woche mehr Zeit für gute Informationen für die Ratsmitglieder gut gebrauchen, sagt Bürgermeister Lebedinzew. Die Punkte „Errichtung Bürogebäude Parkstraße 53“ und „Vertragsbeziehungen DRK-Rettungswache/Verwaltungsgebäude“ sind jetzt auf der Tagesordnung der regulären Sitzung des Gemeinderats eine Woche später, am Donnerstag, 15. Dezember, zu finden. Dann steht auch der Ratsbeschluss von Ende Oktober zur Debatte, in dem dem DRK-Kreisverband für ein Aus-und Weiterbildungszentrum Räume im geplanten Bürogebäude zugesichert worden sind. Die SPD-Fraktion hat beantragt, diesen Beschluss aufzuheben. Vor einem neuen Beschluss solle geklärt werden, welche Räume das DRK und die Gemeindeverwaltung tatsächlich benötigen, wie das Projekt finanziert werden kann und ob die Gemeinde überhaupt in Räume investieren darf, die fremdgenutzt werden sollen.

Aus Flüchtlingsunterkunft wird Rettungswache

Für die Absicht der Gemeinde Hude, das Rettungszentrum mit der Feuerwehr, der Polizei und dem Rettungsdienst in unmittelbarer Nachbarschaft komplett in der Ortsmitte zu erhalten, ist der Zeitplan allerdings überzogen. Wie berichtet, wird die Johanniter Unfallhilfe als Interimsbeauftragte für den Rettungsdienst in Hude nicht die Räume des DRK-Rettungsdienstes an der Parkstraße beziehen, sondern ab Anfang des neuen Jahres vom ehemaligen Zählerwerk des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) nahe dem Reiherholz aus agieren. Das Zählerwerk, das zwischenzeitlich eine Flüchtlingsunterkunft war, steht dem Landkreis Oldenburg weiter zur Verfügung. „Im Zählerwerk kann mit überschaubarem Aufwand eine Rettungswache eingerichtet werden“, erläutert Landkreis-Sprecher Oliver Galeotti. Der Landkreis, als Träger für den Rettungsdienst verantwortlich, brauche Planungssicherheit und könne nicht die letzte Antwort auf ungeklärte Fragen in Hude abwarten. „Es sind nur noch zweieinhalb Wochen bis Weihnachten“, so Galeotti.

Zählerwerk Standort für Übergangszeit

Galeotti stellt klar, dass der Landkreis zu seinem Wort steht, den Huder Wunsch nach einem einheitlichen Rettungszentrum zu respektieren. Die Auslagerung der Rettungswache ins Zählerwerk gelte für den Zeitraum bis zur festen Auftragsvergabe, die nach einer europaweiten Ausschreibung erfolgt. Das Verfahren sei komplex, der Text solle aber zur Veröffentlichung noch in diesem Jahr ausformuliert werden. Über den weiteren Zeitablauf macht der Landkreis-Sprecher keine Angaben.

Zum Jahreswechsel gleitender Übergang

Landkreis-Sprecher Galeotti betont, dass es über den Jahres- und Betreiberwechsel keine Qualitätseinbuße im Rettungsdienst geben darf. Geplant ist ein gleitender Übergang vom DRK zu den Johannitern , gesteuert von der Großleitstelle in Oldenburg. So soll es auch in Ganderkesee bei der Übergabe des Rettungsdienstes vom DRK zum Malteser Hilfsdienst laufen.