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Rettungsdienst in Hude Wogen geglättet im Streit um Rettungswache in Hude

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 24.08.2016, 00:02 Uhr

Die Gemeinde und das DRK schlagen vor, die Rettungswache Hude im Haus des DRK-Ortsvereins unterzubringen. Der Vorschlag muss noch gründlich geprüft werden.

Das Deutsche Rote Kreuz ist in Hude eine Macht. Das hat sich am Dienstagabend im Feuerwehrhaus Hude gezeigt: Über 100 Haupt- und Ehrenamtliche des Sozialverbands wollten im Sozialausschuss des Gemeinderats den Sachstandsbericht zur Zukunft des Rettungsdienstes und zur Arbeit des DRK in Gänze hören. Und nur einmal wurde die von Michael Venske, dem Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands, vor der Sitzung beschworene Disziplin gebrochen.

Vorwurf gegen Landkreis

Kräftig geklatscht wurde, als Peter Zwiener (SPD) auf einen Widerspruch im Verhalten des Landkreises Oldenburg als Verantwortlichem für den Rettungsdienst hinwies: Der Landkreis überlasse dem DRK den Rettungsdienst in Hude und Ganderkesee noch über Monate, obwohl man offenbar seinem Leistungsvermögen misstraue. Er spielte darauf an, dass der Landkreis dem DRK schon vor Monaten den Rettungsdienst in Hude und Ganderkesee zum Jahreswechsel 2016/2017 wegen Abrechnungsbetrugs weggenommen hat.

Fehlverhalten Einzelner

Bürgermeister Holger Lebedinzew betonte, er hätte dem Fachausschuss den Tagesordnungspunkt Rettungswache gerne erspart, aber das sei wegen des Handelns Einzelner im Vorstand und in der Geschäftsführung des DRK-Kreisverbands nicht möglich gewesen. SPD-Sprecher Heiko Aschenbeck hakte ein und erinnerte daran, dass die SPD im Kreistag gefordert hatte, dem DRK unter striktem Controlling des Geschäftsgebarens eine neue Chance zu geben. Der Vorstoß war allerdings im Kreistag verpufft. Aschenbeck forderte nun, dass sich das DRK auch künftig in Hude entfalten können und dass eine Rettungswache am Standort Hude bleiben muss.

Angst vor Aus der Rettungswache Hude

Damit sprach Aschenbeck aus, was durch die Bank Überzeugung im Fachausschuss ist. Deutlich wurde, dass in Hude die Angst wächst, dass ohne schnelles Einvernehmen Hude als Standort für eine Rettungswache mit kurzen Wegen für 11000 Bürger ganz von der Rettungsdienstkarte verschwinden könnte. Schon das Verschieben des Standorts um wenige hundert Meter aus der Ortsmitte heraus könne dazu führen, dass die Kostenträger neu rechnen. Das Ergebnis könne sein, dass der Standort Hude ganz entbehrlich oder dass ein Standort außerhalb der Gemeinde günstiger ist, warnte Bürgermeister Lebedinzew.

DRK und Gemeinde nähern sich an

Und die Chancen, dass für die Zeit nach dem 1. Januar 2017 in Hude eine einvernehmliche Lösung gefunden wird, ist nach einem zweiten Gespräch zwischen dem DRK und der Gemeinde innerhalb weniger Tage offenbar deutlich gestiegen. DRK-Geschäftsführer Venske berichtete, dass die künftig von einem anderen Anbieter betriebene Rettungswache nicht im Gebäude des DRK-Kreisverbands, sondern im benachbarten Gebäudekomplex des DRK-Ortsverbands Hude untergebracht werden könnte. Das Miteinander von DRK und fremdem Rettungswachenbetreiber halte die DRK-Geschäftsführung für nicht machbar, die Aufnahme des Ortsverbands einschließlich seiner Kleiderkammer allerdings schon. Der neue Ansatz müsse noch mit dem Ortsverband und dem Landkreis abgestimmt werden.

DRK soll sich für Rettungsdienst neu bewerben

Wie berichtet, will der Landkreis noch nicht benannte Verbände bis Abschluss einer europaweiten Ausschreibung übergangsweise mit dem Rettungsdienst in Hude und Ganderkesee beauftragen; im Gespräch sind die Johanniter Unfallhilfe für Hude und der Malteser Hilfsdienst für Ganderkesee. SPD-Ratsherr Aschenbeck blickte deutlich nach vorn und forderte den DRK-Kreisverband auf, sich am Ausschreibungsverfahren zu beteiligen. Der DRK-Kreisvorsitzende Gerold Sprung hat allerdings schon darauf hingewiesen, dass einmal zerschlagene Strukturen schwer wieder zu reparieren sind.