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Ringen um zusätzlichen Einkaufsmarkt Baugebiet in Bookholzberg droht Verzögerung

Von ken/konk | 17.05.2017, 06:28 Uhr

ken/konk Bookholzberg/Ganderkesee. Die Meinungen über einen Nahversorger im Neubaugebiet Bargup gehen auseinander: Die Verwaltung will dem Gewerbe die Rechtsgrundlage entziehen, SPD-Ratsherr Dönike beharrt auf dem Angebot.

Bookholzberg/Ganderkesee. Marktforscherin Katharina Staiger hatte bereits empfohlen, auf einen Verbrauchermarkt im geplanten Bookholzberger Baugebiet Bargup zu verzichten. Jetzt kommt auch das im März neu in Auftrag gegebene Gutachten zum Ergebnis, darauf zu verzichten, eine Fläche des Baugebietes an der Nutzhorner Straße als Mischgebiet festzusetzen, wodurch die Ansiedlung eines Einzelhandelbetriebes möglich wäre. Stattdessen soll dort ein allgemeines Wohngebiet entstehen – beispielsweise für Mehrfamilienhäuser. Jetzt gilt es für die Mitglieder des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, der am Donnerstag, 18. Mai, ab 18 Uhr im Ganderkeseer Rathaus tagt, eine Entscheidung zu treffen, damit es in diesem Baugebiet vorwärtsgehen kann.

Neuem Supermarkt die Grundlage entziehen

Die Gemeindeverwaltung schlägt vor, sich diesem Gutachten anzuschließen und sich gegen ein Mischgebiet und damit gegen die Rechtsgrundlage für einen Supermarkt zu entscheiden. Würde sich der Ausschuss diesem Vorschlag anschließen, würde der Plan erneut öffentlich ausgelegt – voraussichtlich in den Sommerferien und lediglich für etwa zwei Wochen, so Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung. Der weitere Weg, vorausgesetzt es läuft dann alles planmäßig: Mitte/Ende August Planreife, anschließend Erschließungsarbeiten und möglicher Baustart für Häuslebauer im Frühjahr 2018, so Meyer.

Wann ist der Bebauungsplan fertig?

Entscheide der Ausschuss anders, ginge es schneller. Dann wäre der Bebauungsplan noch vor der Sommerpause fertig. „Dann könnte man einige Wochen früher loslegen“, informierte der Fachbereichsleiter. Auf einen genauen Zeitraum wollte er sich allerdings nicht festlegen.

Verwaltungsvorschlag ist kein Selbstläufer

Der Verwaltungsvorschlag ist aber kein Selbstläufer: Das Thema treibt die Ausschussmitglieder um und hat sogar innerhalb einer Fraktion das Zeug zur Spaltung. „Es steht in der SPD so um die 50:50“, räumt SPD-Fraktionschef Werner Brakmann ein.

SPD-Ratsherr Dönike setzt sich weiter für Markt ein

ein SPD-Ratsherr Marcel Dönike möchte nach wie vor den Supermarkt und keine weitere Verzögerung für das Baugebiet. Er hatte bis zur Ausschusssitzung im März innerhalb von zwei Wochen 477 Unterschriften von Supermarkt-Befürwortern gesammelt. „Ich bin gewählt worden, um mich für die Belange der Bürger einzusetzen. Und das bedeutet: Ja zu einem erweiterten Einkaufsangebot“, sagt Dönike. Er verweist vor allem auf diejenigen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind und auf dem langen Weg zum Einkaufen auch schon mal vor einem nicht funktionierenden Fahrstuhl beim Bahnhof stehen würden.

Nicht alle Sozialdemokraten für Nahversorger vor Ort

Doch bei Weitem nicht alle Sozialdemokraten setzen sich für einen Markt ein. „Darum verzichten wir auf einen Fraktionszwang und geben die Abstimmung frei“, erläutert Brakmann.

„Bei der CDU zeichnet sich eine Mehrheit für einen Markt ab“, blickt die Fraktionsvorsitzende Cindy Klüner voraus. Die Grünen sind generell für einen Nahversorger – wenngleich nicht in der zuletzt diskutierten Größe: „Wir werden der Verwaltung nicht folgen“, kündigt Fraktionschef Dr. Volker Schulz-Berendt an. Das vorliegende Gutachten sei zu schwarzmalerisch, denn es betrachte nur die Auswirkungen eines neuen großen Marktes auf die bestehenden Wettbewerber. Vielmehr müsse geprüft werden, wie sich ein benötigter kleinerer Nahversorger auswirke.

Klar gegen einen Markt spricht sich Marion Daniel aus. Die Fraktionsvorsitzende der FDP mahnt: „Wir haben eindeutige Gutachten, warum sollen wir noch aus dem Bauch heraus entscheiden?“ Die FDP sehe ihre Einschätzung durch das neue Gutachten und die weiteren Einwände bestätigt. Eine Ansiedlung sei an dieser Stelle nicht zu vertreten.

Oberstes Ziel: rascher Baubeginn

Auch der UWG-Fraktionschef Carsten Jesußek lehnt mit Verweis auf die Gutachten einen neuen Markt ab. Das wollen auch die Freien Wähler: „Uns reichen die Gutachten aus“, sagt Arnold Hansen. Seine Fraktion werde sich dafür einsetzen, die Verzögerung durch eine erneute Auslegung so gering wie möglich zu halten. Hansen fordert: „Schnellstmöglich muss das Bauen ermöglicht werden!“