Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

SPD besucht Ganderkeseer DRK Rotes Kreuz darf wieder auf Rettungsdienst-Beteiligung hoffen

Von Ole Rosenbohm | 02.07.2019, 20:25 Uhr

Die Ganderkeseer SPD hat sich jetzt beim DRK Ortsverein informiert.

Die acht Gemeinderatsmitglieder aus der Ganderkeseer SPD-Fraktion hörten gespannt zu, als ihnen der Ortsvereinsvorsitzende Andreas Strodthoff und Kreisbereitschaftsführer Eike Menssen am Montagabend über die Arbeit im Ganderkeseer Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) berichteten. „Hier in unseren Notfallautos“, sagte Strodt-hoff und zeigte auf den Fuhrpark, „steckt nicht nur viel Geld, sondern auch eine Menge Herzblut.“

100 Aktive beim DRK-Ortsverein

780 passive Mitglieder und rund 100 Aktive habe der lange existierende Ortsverein. Die Aktiven treffen sich zu wöchentlichen Schulungen, begleiten den Fasching, versorgen Werder-Zuschauer im Weserstadion, sind bei Festivals und Fußballturnieren im Einsatz – immer ehrenamtlich und eben mit „Herzblut“.

In den Räumen an der Urneburger Straße 6 treffen sich zudem Senioren zum Tanzen oder zu Gesprächskreisen, Freiwillige organisieren von hier Blutspendeaktionen. Und die medizinisch und technisch geschulten Mitglieder gehören zur Schnelleinsatzgruppe, kommen immer dann zum Einsatz, wenn – wenige Male im Jahr – etwa ein Unfall gleich eine große Anzahl von Rettern benötigt.

Ein lehrreicher Abend über beeindruckendes Engagement, fand Ratsmitglied Rolf Oetken. Wr sagte:

„Das DRK ist und bleibt ein wichtiger Faktor in Ganderkesee.“

 

Dies besonders, weil sich die Region in ständigem Wachstum befinde.

Nur am Rande Thema: die Finanzprobleme des Kreisverbandes. Allerdings fand Christel Zießler, als stellvertretende Landrätin im Thema der Auseinandersetzung zwischen Landkreis und DRK, doch Worte zur Frage des Rettungsdienstes: „Wir brauchen sie einfach alle“, plädierte sie dafür, das der Landkreis das DRK künftig wieder am hauptamtlichen Rettungsdienst beteiligt. 2015 hatte der Landkreis dem Kreisverband nach einem Abrechnungsbetrug den Auftrag für Ganderkesee und Hude entzogen, seitdem wird er allein von Johannitern und Maltesern ausgeführt.

Zießler sagte: „Ich fände es fair, wenn sich wieder alle beteiligen können.“ Das Gebiet sei groß, man müsse schauen, wie der Rettungsdienst gerecht aufgeteilt werden könne, wenn der Auftrag neu ausgeschrieben werde. Unter anderem der Entzug des Rettungsdienstauftrages hatte den DRK-Kreisverband in starke finanzielle Schwierigkeiten gebracht.

Sanierungsplan für den DRK-Kreisverband

Geschäftsführung und Aufsichtsrat würden derzeit an einem Sanierungsplan arbeiten, sagte Kreisverbands-Pressesprecher Roar Abel gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Mitarbeiter etwa im Seniorenzentrum oder den beiden Sozialstationen müssten nicht entlassen werden. Viel mehr würde zum Sanierungsplan die Erschließung neuer Geschäftsfelder gehören. Die finanzielle Situation sei schwierig, die Bedrohung durch eine Insolvenz sehe er momentan aber nicht.

Die ehrenamtliche Arbeit im Ortsverein wäre zwar bei einer Insolvenz des Kreisverbandes betroffen. Doch auch Andreas Strodthoff sieht ein solches Szenario nicht auf die Helfer zukommen. Und von den Finanzproblemen spüre er auch nichts, da der ohne Hauptamtliche auskommende Ortsverein im föderalen DRK-System „in gewisser Weise autark arbeite“. „Ich habe noch nie Probleme gehabt, eine Rechnung zu bezahlen“, reagierte er fast genervt auf das Thema. „Die Arbeit im Ortsverein ist exakt die gleiche wie vor 2015“, beteuerte er. Trotz aller Probleme im übergeordneten Kreisverband könne sein Verein sogar investieren. Zuletzt in einen Einsatzwagen, und demnächst will er in den DRK-Räumen Toiletten einbauen und einen großen Kellerraum über einen Umbau nutzbar machen – mit Fördergeld und auch eigenen Mitteln. Strodthoff: „Wenn ich das Gefühl hätte, wir würden mit dem Rücken zur Wand stehen, würde ich doch mit der Gemeinde nicht über eine Raumerweiterung sprechen.“