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Rückläufige Flüchtlingszahlen Flüchtlingsunterkunft in Bookholzberg wird abgebaut

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 02.05.2016, 17:43 Uhr

Die Flüchtlingskrise entspannt sich auch in der Gemeinde: Den baldigen Abbau der mobilen Flüchtlingsunterkunft in Bookholzberg kündigt die Verwaltung an. Auch eine weitere Mobilhalle im Stadion am Habbrügger Weg könnte demnächst nicht mehr benötigt werden.

„Nach vielen Monaten intensiver Flüchtlingsarbeit kehrt ein Stück weit Ruhe ein“, hat Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas am Montagmittag festgestellt. Seit Januar waren in der Mobilbauhalle in Bookholzberg 82 Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak vorübergehend untergebracht. Aufgrund der erfolgreichen Akquise von Wohnungen kann diese Notunterkunft an der Straße „An der Bahn“/Wellenhofsweg nun bis Ende Mai aufgegeben werden. Der Abbau soll Anfang Juni beginnen, teilte das Rathaus mit.

Neben den derzeit rückläufigen Flüchtlingszahlen trägt nach Rathausangaben auch die organisatorische Neuaufstellung in der Verwaltung dazu bei, dass sich die Unterbringungssituation entspannt hat.

79 Wohnungen und weitere Unterkünfte hat die Gemeinde Ganderkesee mittlerweile für Flüchtlinge zur Verfügung, unter ihnen zahlreiche angemietete Objekte.

487 Menschen im Asylverfahren

Zurzeit leben aufgrund von Umzügen und Anerkennungen noch 487 Menschen mit laufendem Asylverfahren in der Gemeinde, nannte die Verwaltung die neueste Zahl. Demnach stammen 246 von ihnen aus Syrien, 136 aus dem Irak und – mit fallender Tendenz – 76 aus Albanien.

Den höchsten Stand an Flüchtlingen gab es am 31. März mit insgesamt 520 Personen.

„Bei der Zuweisung in die Wohnungen haben wir darauf geachtet, sie möglichst passgenau zu belegen und keine Plätze zu verschenken“, beteuerte Christian Badberg, Fachdienstleiter Internes und Asyl. „In den vergangenen Wochen konnten wir so bereits viele Menschen aus den Notunterkünften in Wohnungen unterbringen.“

Auch Stadion könnte bald wieder frei sein

Derzeit sei auch der Abbau der Mobilhalle im Stadion am Habbrügger Weg absehbar. Wie schnell er erfolgen kann, hänge neben der weiteren Gesamtentwicklung der Flüchtlingssituation auch vom rechtzeitigen Bezug des „Hauses Cristina“ in Rethorn ab. Wie berichtet, hatte die Eigentümerin, das Berufsförderungswerk (BFW) Weser-Ems in Bookholzberg, diese nicht mehr benötigte Immobilie langfristig an den Landkreis zur Unterbringung von Flüchtlingen vermietet . Auch die regioVHS wird Räume im Haus Cristina nutzen – unter anderem für Deutsch- und Integrationskurse. BFW-Geschäftsführer Jörg Barlsen hatte in der vergangenen Woche von einer Belegung des Hauses Cristina ab Juni gesprochen.

„Wenn alles passt, ist eine Aufgabe des Stadions als Notunterkunft noch im Sommer realistisch“, blickt Christian Badberg voraus. Dennoch ist eine baldige Nutzung des Stadions für den Sport fraglich: Ob die Aschenbahn und der Rasen dieses Jahr wieder genutzt werden können, stehe noch nicht fest, Maßnahmen zur Wiederherstellung seien nötig, hieß es. Die übrigen Anlagen könnten ab Spätsommer gegebenenfalls wieder zur Verfügung stehen. „Alles unter der Voraussetzung, dass sich die Gesamtsituation so entwickelt, wie es momentan absehbar ist“, gibt Badberg zu bedenken.

Schwimmerheim wird zurückgebaut

Weiter sind da bereits die Anhänger des Schwimmsports: Das ebenfalls als Unterkunft genutzte Schwimmerheim wird in diesen Tagen schon wieder zurückgebaut. Die Turnhalle am Habbrügger Weg werde wohl noch bis zum Ende der Sommerferien als Notunterkunft gebraucht, um vor Ort schnell reagieren zu können. Die Planungen für Schlichtbauten laufen trotz einer gewissen Entspannung der Unterbringungssituation weiter: „Um angemietete Wohnungen dem Wohnungsmarkt nach und nach wieder zur Verfügung stellen zu können“, erklärt Badberg.

Integration jetzt wichtig

Denn eines ist gewiss: „Das Thema Flüchtlinge bleibt aktuell und wird uns die nächsten Jahre beschäftigen“, macht Bürgermeisterin Gerken-Klaas deutlich. Die derzeit geringere Zahl an neu Zugereisten und die bessere Wohnraumsituation ermöglichten die Chance, nun verstärkt den Fokus auf die Integration zu legen. Gerken-Klaas:„Ich hoffe, dass viele der zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich in den vergangenen Monaten so tatkräftig engagiert haben, die neuen Mitbürger auch auf diesem Weg begleiten.“