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Rund 160 Besucher in Ganderkesee „Seriöses Trauerkabarett“ beendet Hospizkreis-Geburtstag

Von Thomas Deeken | 28.06.2015, 23:05 Uhr

Mit einem etwas makabren Kabarettabend sind am Samstagabend, 27. Juni 2015, die Aktionen zum zehnten Geburtstag des Hospizkreises Ganderkesee zu Ende gegangen. Der zweite Vorsitzende des Vereins, Rainer Heinken, zog insgesamt ein positives Fazit.

Ganderkesee. Die einen haben sich köstlich amüsiert. Andere haben eher geschmunzelt. Und bei einer Reihe von Besuchern ist das Lachen im Halse steckengeblieben, als Kabarettist Stephan Franke am Samstagabend mit seinem Programm „Nur über Deine Leiche“ den Veranstaltungsreigen zum zehnten Geburtstag des Hospizkreises Ganderkesee beendete. Vor rund 160 Besuchern in der Mensa des Schulzentrums bot er ein eineinhalbstündiges „seriöses Trauerkabarett zur lustvollen Schicksalsbewältigung“ – manchmal etwas derb, aber vor allem sehr makaber.

„Als Urne ’ne alte Plätzchen-Dose“

Franke schlüpfte in die Rolle des persönlichen Medium-Operators vom Spiritismus-Service Nirvana, um für Interessenten Kontakte ins Jenseits herzustellen, die noch an Testamentsunterlagen gelangen wollten. Als „Herr Maaßen“ erzählte er vom Tod von „dat Dante Lotti“ und überlegte, ob Familiengrab oder Einäscherung besser wäre – „und als Urne nehmen wir dann ’ne alte Plätzchen-Dose“. Außerdem gab es das Zwiegespräch zwischen Sensenfrau Irmgard Tod und Horst Teufel von der Firma Höllentours, als Spiel mit Handpuppen angelegt.

Von Scheintoten und Pitbull-Terrier Burschi

Darüber hinaus klärte Franke auf, warum die Särge im Innern immer so gut gepolstert sind: Das soll nicht nur gemütlich sein, man soll auch das Klopfen nicht hören, wenn der vermeintlich Verstorbene doch nur scheintot ist. Beendet wurde das Programm schließlich mit eine Trauerrede für Burschi, den scharfen Pitbull-Terrier, der vor allem die Jogger so gerne mochte.

„Große Wertschätzung entgegengebracht“

Rainer Heinken, Vorsitzender des Hospizkreises, zog ein positives Fazit nach den vier Aktionen zum Geburtstag des Vereins. Alles sei reibungslos verlaufen. Und er sei überwältigt von der großen Resonanz „und von der Wertschätzung, die uns entgegengebracht wurde“. Wichtig sei es gewesen, die Menschen wachzurütteln und auf den Hospizkreis aufmerksam zu machen. Das sei gelungen, so Heinken, der sich auch da-rüber freute, dass sich die Mitgliederzahl bis Sonntag auf rund 180 erhöht habe.

Bürgermeisterin wirbt um Mitglieder

Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas bedankte sich als Schirmherrin der Jubiläumsveranstaltungen nach dem Kabarett noch einmal für die Arbeit, die der Hospizkreis leistet. Außerdem warb sie um neue Mitglieder – oder zumindest um Spenden für den Verein.