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RUZ Hollen kündigt Projekte an Umweltideen aus Hollen gefallen dem Bundespräsidenten

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 24.05.2016, 17:25 Uhr

Mit einem neuen Projekt könnte das Regionale Umweltbildungszentrum Hollen (RUZ) bald eine Lücke in den Lehrplänen weiterführender Schulen im gesamten deutschsprachigen Raum schließen und die Schüler dabei auch noch in der Wahl ihres künftigen Berufs unterstützen.

„In Zusammenarbeit mit der Stiftung Offshore-Windenergie haben wir ein Unterrichtsprogramm über die Erzeugung von Strom auf See erstellt, das wir gerade in Schulen in Delmenhorst und Bookholzberg evaluieren“, kündigte RUZ-Geschäftsführerin Marina Becker Kückens am Dienstagvormittag anlässlich einer Scheckübergabe an:

LzO spendet 2500 Euro

Mit 2500 Euro unterstützt die Ganderkeseer Filiale der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) die Sanierung des Schulungsgebäudes in Hollen. Das ehemalige Luftwaffengebäude von 1937, später als Uhrenfabrik genutzt, wurde 1995 nach entsprechendem Umbau Sitz des RUZ . Vier Jahre haben sich die Verantwortlichen für ihr im vergangenen Jahr begonnenes Projekt als Zeitraum gesetzt, um die Räumlichkeiten technisch auf den neuesten Stand zu bringen.

Gebäudesanierung schreitet voran

Nachdem bereits in den vergangenen Sommerferien die Bibliothek und ein Seminarraum mit neuen Böden, Schallschutzdecken und aktueller LED-Lichttechnik versehen wurden, sollen in diesen Ferien ein weiterer Seminarraum sowie zwei Küchen modernisiert werden. Insgesamt rechnet das RUZ mit Gesamtkosten für das Projekt in Höhe von 160.000 Euro.

Gefördert wird das Vorhaben neben der LzO, die mit ihrer Spende für neue Projektionstechnik sorgt, von weiteren Sponsoren sowie in erheblichem Maße durch den Landkreis Oldenburg, die Stadt Delmenhorst und von der Gemeinde Ganderkesee.

Vorreiterrolle in Sachen Bildung

Nicht nur bei den Offshore-Unterrichtseinheiten hat das RUZ eine weit über die Grenzen des Landkreises strahlende Vorreiterrolle eingenommen: Auch die Idee, die Vermeidung einer Verschwendung von Lebensmitteln im Unterricht zu thematisieren, stieß auf höchstes Interesse.

Zu Gast beim Bundespräsidenten

Dem Bundespräsidenten Joachim Gauck werden die Initiatoren am 7. und 8. Juni in Berlin im Park seines Amtssitzes Schloss Bellevue ihr Schülerprojekt „Wirf mich nicht weg“ vorstellen. Anlässlich der Woche der Umwelt 2016 gehören die Holler Aktiven zu den knapp 200 Ausstellern, die in der Hauptstadt innovative Spitzenleistungen aus Umwelt- und Naturschutz präsentieren dürfen.

Ob das Offshore-Projekt einmal einen ähnlichen Erfolg haben kann, sei derzeit noch nicht absehbar, räumte Becker-Kückens ein. „Wir sind noch in der Erprobung mit den Schülern. Nach der IGS Delmenhorst und zwei weiteren Schulen kommen wir demnächst an die Oberschule Bookholzberg“, kündigte sie an. Schon jetzt sei aber klar, dass die Schüler davon deutlich profitieren können, betonte Martin Brinkmann, Mitglied der Geschäftsführung.

Energieerzeugung kritisch thematisiert

„Obwohl wir von der Stiftung beauftragt wurden, thematisieren wir die Energieerzeugung kritisch und verschweigen dabei auch nicht, dass die Rammgeräusche bei der Verankerung der Masten im Meeresboden auch Schweinswale beeinträchtigen können“, macht er deutlich.

Hilfe bei der Berufswahl

lAuch bei der Berufswahl kann das Unterrichtsvorhaben Schülern behilflich sein, glaubt Marina Becker-Kückens. „In der Offshore-Branche gibt es eine Fülle von Ausbildungsgängen, vom Hauptschüler bis zum Studierenden gibt es für alle interessante Möglichkeiten“, blickte sie voraus.