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Saisonstart für Sportabzeichen Wie sportlich ist Ganderkesee eigentlich?

Von Kristina Müller | 08.04.2017, 14:28 Uhr

Werden Kinder und Jugendliche immer unsportlicher? Schulen und Vereine in Ganderkesee sagen ganz klar: Nein.

Jetzt wo das Wetter wieder besser wird und auch das Stadion am Habbrüger Weg nun wieder nutzbar ist, startet auch die Saison für das Sportabzeichen-Training. Inge de Groot nimmt beim Turnverein Falkenburg die Sportabzeichen ab und trainiert die Kinder bei der Leichtathletikgruppe Ganderkesee. Sie sagt: „Die Anforderungen sind nicht ganz ohne. Bei manchen Kindern ist es aber meist nur eine Disziplin, die sie dann nicht schaffen“, so die Sportlerin.

Dabei sei auffällig, dass die jüngeren Kinder meist nicht schwimmen können, während bei den Jugendlichen meist Koordinationsdisziplinen, sprich Hoch- und Weitsprung sowie Wurf, ein Problem darstelle. Wenn es um die Anmeldung zur Abnahme des Abzeichens gehe, könnten viele der Kinder sich selbst nicht einschätzen oder würden sich einfach nicht trauen, sagt de Groot. Im vergangenen Jahr haben laut de Groot bei den Jugendlichen bis 17 Jahre zehn Teilnehmer Bronze, zwölf Silber und 31 Teilnehmer Gold erreicht.

Hoher Stellenwert

„In der Gemeinde Ganderkesee haben die Sportabzeichen allgemein einen hohen Stellenwert“, findet Ulla Dunker. Sie ist Schulleiterin der Grundschule Heide in Ganderkesee. An ihrer Schule, die übrigens auch als sportfreundliche Schule ausgezeichnet wurde, werden Sport und Bewegung großgeschrieben.

Die Beteiligungs- und Erfolgsquote bei der Abnahme der Sportabzeichen sei hier besonders hoch, wie Dunker sagt. Im letzten Jahr haben laut Sportlehrerin Juliane Müller etwa 50 Prozent der Schüler in den ersten und zweiten Klassen sowie 85 Prozent der Dritt- und Viertklässler das Sportabzeichen geschafft.

„Sport muss eine große Gewichtung an der Schule haben“, findet die Schulleiterin. Deshalb versuche sie, an ihrer Schule möglichst viele Bewegungsangebote zu bieten, sei es auf dem Schulhof oder in Form von Turnieren und auch in Form von attraktiven Sportmöglichkeiten wie das sogenannte „Skipping Ropes“, also Seilspringen mit Choreografien.

Ganze Schule macht Abzeichen

Auch in der Grundschule Habbrügge steht Sport und das Abzeichen im Schulalltag besonders im Vordergrund. Dort macht die ganze Schule das Sportabzeichen, „und die Kinder freuen sich darauf“, so Schulleiterin Birgit Humberg.

An ihrer Schule habe es sich bisher gut bewährt, einen ganzen Sportabzeichen-Tag zu veranstalten, bei dem dann von ganzen Klassen die Sportabzeichen abgenommen werden. Dafür werde dann auch im Sportunterricht geübt. „Die Anforderungen sind zwar anspruchsvoll, wie Wurfweiten oder Laufzeiten, aber machbar“, betont Humberg.

Reformierte Anforderungen

Zu hohe Anforderungen sieht Ingolf Bahr, Sportabzeichen-Beauftragter beim Kreissportbund Landkreis Oldenburg, dagegen nicht. Nach den Reformierungen der Anforderungen für das Sportabzeichen vor vier Jahren ist dem Leistungskatalog nach mindestens Bronze für sehr viele erreichbar, erläutert er.

Es sei in erster Linie wichtig, dass die Schulen mitmachen und Sport auch in Wettbewerbsform anbieten, um die Kinder dahin zu führen. „Die Schulen müssen seitens der Schulführung wollen, dass das als Projekt durchgeführt wird,“ sagt Bahr. Deshalb schreibt er die Schulen auch jedes Jahr an, an dem kreisweiten Schulwettbewerb teilzunehmen, wie er sagt.