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Sanierung für 8,7 Millionen Euro Mit Spatenstich „echte Bauphase“ im Freibad Ganderkesee eingeläutet

Von Thomas Deeken | 17.10.2018, 21:39 Uhr

Das Freibad in Ganderkesee ist zwar schon seit dem 3. September geschlossen. Und es hat auch schon jede Menge Demontage- und Vorarbeiten gegeben. Trotzdem ist erst am Mittwochnachmittag mit dem symbolischen ersten Spatenstich die „echte Bauphase“ im Freibad eingeläutet worden.

„Diese Großinvestition ist wie ein Sprung vom Fünfmeterturm. Für beides braucht man Mut, eine gute Vorbereitung und etwas Optimismus.“ Das hat Bürgermeisterin Alice Gerken am Mittwochnachmittag beim symbolischen ersten Spatenstich auf der Freibad-Großbaustelle in Ganderkesee betont. Das Bad am Heideweg ist zwar schon seit dem 3. September geschlossen. Und es hat auch schon jede Menge Demontage- und Vorarbeiten gegeben. Offiziell ist die „echte Bauphase“ allerdings erst mit dem Spatenstich und einer kleinen Feier mit einer Reihe von Ehrengästen eingeläutet worden.

Saunahuus-Bau ein mutiger Schritt

Vor Vertretern aus Rat, Verwaltung und Baufirmen, Mitgliedern der Ganderkeseer Lebensretter und des Schwimmvereins sowie Nachbarn des Freibads blickte die Bürgermeisterin zunächst zurück – auf die Zeit, als die Umkleiden abgerissen wurden und vor sechs Jahren der mutige Schritt gewagt wurde, das Saunahuus zu bauen. Und auf die langen Debatten zum Thema Sanierung und schließlich den einstimmigen Beschluss im Rat, das Freibad auf Vordermann zu bringen und zu modernisieren.

Bleibt es bei 8,7 Millionen Euro?

Dafür will die Gemeinde rund 8,7 Millionen Euro in die Hand nehmen – „eine wichtige Investition in die Zukunft des Schwimmbads und für die Gemeinde Ganderkesee“, sagte Gerken über das zweitgrößte Bauprojekt in der Gemeinde nach dem Rathausbau. Ob es allerdings tatsächlich bei dieser geplanten Höchstgrenze bleiben wird, scheint zweifelhaft. Denn aufgrund der derzeitigen Konjunkturlage „muss man davon ausgehen, dass die Ausschreibungsergebnisse sich nicht mit unserer Kalkulation decken“, so die Bürgermeisterin. Das habe die Verwaltung auch schon bei Projekten wie Kita oder Marktplatz erfahren.

Für Peukert „ein wichtiges Stück Zukunft“

Bäderchef Henry Peukert bezeichnete die Badsanierung als ein wichtiges Stück Zukunft für die Gemeinde Ganderkesee und für das regionale Umland, für die Bürger, die schwimmsportorientierten Vereine und für alle, die das Element Wasser für sich schätzen und lieben gelernt haben. „Ich genieße das“, sagte Peukert. Er schwärmte nicht nur „vom intensiven Erlebnis, unter freiem Himmel zu schwimmen, wobei man süchtig werden kann“. Er freue sich auch darauf, Kindern das Schwimmen beizubringen und älteren Menschen „den Bewegungsapparat wieder fit zu machen“.

Sechs 50-Meter-Bahnen und Kursbecken

Bei der Badsanierung geht es nicht nur um die Becken im Freien mit dem Erhalt von sechs 50-Meter-Bahnen, was die Bürgermeisterin als historischen Beschluss bezeichnete, „denn das haben nicht mehr viele in der Region“. Zum Großprojekt gehören unter anderem auch die Abtrennung der Sprunganlage vom Schwimmerbecken, der neue Auslauf für die Wasserrutsche, ein attraktiver gestalteter Nichtschwimmerbereich und vor allem ein Kursbecken, über das monatelang diskutiert wurde.

Im Saunahuus wird 40.000 Besucher erwartet

In diesem neuen Becken im Obergeschoss des Anbaus können später auf einer Wasserfläche von etwa 100 Quadratmetern Kurse wie Babyschwimmen oder Aqua-Fitness angeboten werden. Abends und an Wochenenden sollen Gäste der Sauna, in der voraussichtlich noch in diesem Jahr der 40.000. Besucher begrüßt werden kann, das Kursbecken als Alternative zum Außenpool nutzen dürfen.

Freibadsaison wird erst 2020 eröffnet

Der Wermutstropfen bei diesem riesigen Vorhaben: Die Freibadsaison 2019 in Ganderkesee fällt ins Wasser, weil die Sanierungsarbeiten lange dauern. Das heißt: Das „neue Freibad“ wird laut Plan erst zur Saison 2020 eröffnet – das Kursbecken möglicherweise schon etwas früher.