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„Saunabecken auf den Weg gebracht“ SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Brakmann im Interview

Von Thomas Deeken | 15.08.2015, 10:39 Uhr

Die Sanierung des Freibades, der Ausbau des Kita-Angebots sowie die Ansiedlung von Unternehmen in den beiden großen Gewerbegebieten gehören zu den wichtigen Themen der SPD. Das hat Fraktionsvorsitzender Werner Brakmann im dk-Sommergespräch betont.

dk: Herr Brakmann, welche politischen Erfolge gab es aus Sicht Ihrer Fraktion bislang im Jahr 2015?

Werner Brakmann, Fraktionsvorsitzender der SPD: Wir haben das Außenbecken für die Sauna auf den Weg gebracht sowie die nötige Sanierung des Freibades vorangetrieben. Auch in der Ausstattung der Gemeinde mit erforderlichen Kitas haben wir die nötigen Entscheidungen getroffen, oder sie stehen kurz bevor. Der Fortschritt bei der Ansiedlung von Unternehmen in den beiden großen Gewerbegebieten ist gut bis sehr gut. Die sich zuspitzende Flüchtlingssituation ist seit Jahresbeginn stetig aktiv begleitet worden und folgt einem Konzept, was in der Priorität die Unterbringung in kleinen Einheiten, möglichst gleichmäßig über die Gemeinde verteilt vorsieht.

Welches politische Thema ist vor der Sommerpause liegengeblieben und muss nach Ende der Ferien möglichst rasch angegangen werden?

Es ist kein Thema wirklich liegengeblieben, was unbedingt noch vor der Sommerpause hätte bearbeitet werden müssen.

Die Zahl der Flüchtlinge, die in der Gemeinde untergebracht werden müssen, steigt: Sehen Sie sich beim Thema Flüchtlinge auf einem guten Weg?

Wir werden die Flüchtlinge unterbringen, so gut es eben geht – nach unserem Konzept. Ob und wann wir an Grenzen stoßen, ist heute noch nicht zu sagen. Wenn unsere Bürger mitziehen, bin ich optimistisch, dass wir diese Probleme meistern werden. Bei Entscheidungsfindungen wollen und müssen wir die Bürger mitnehmen.

Braucht die Gemeinde Ganderkesee sozialen Wohnungsbau?

Ich denke, dass auch hier über Angebote nachgedacht werden muss, insbesondere angesichts der zu integrierenden, steigenden Anzahl von Flüchtlingen.

Allgemein zum Thema Baugebiete: Wo gibt es in der Gemeinde Bedarf?

Der Schwerpunkt des örtlichen Bedarfes liegt in den Zentralorten an Wohnungen für ältere Bürger und Singles. Dem wird auch mit geplanten Gebieten in Ganderkesee und Bookholzberg nachgekommen. Die vorsichtige Entwicklung in unseren Bauerschaften darf dabei nicht vergessen werden, wir dürfen die Dörfer nicht vergreisen lassen.

Lässt sich der Wunsch von Gewerbe und Häuslebauern nach Bauland in einer Landgemeinde wie Ganderkesee noch mit den Interessen von Landwirtschaft und Naturschutz vereinbaren?

Die berechtigten Interessen beider Seiten müssen in Form von Kompromissen ausgeglichen werden, was nicht in allen, aber in vielen Fällen gelingen sollte.

Baulich hat sich im Ganderkeseer Ortskern eine Menge getan: Mit zwei Märktezentren im Norden ist eine große Konkurrenz für den Einzelhandel im Süden etwa an der Rathausstraße geschaffen worden. Wie kann die Zukunft der Kaufleute im südlichen Ortskern sichergestellt werden?

Hier muss es ein gemeinsames Handeln von Wirtschaft und Politik geben, um die Attraktivität der Rathausstraße zu erhöhen, der „neue“ Marktplatz bietet dazu einen ersten Ansatz.

Wie stellen Sie sich die Gestaltung des Marktplatzes vor? Liegt für Sie ein guter Entwurf auf dem Tisch?

Der vorliegende Entwurf ist eine, wie ich meine, gute Basis, um mit den Bürgern zusammen eine erfolgreiche Neugestaltung zu realisieren.

Es wird viel über Ganderkesee gesprochen: Was sind Herausforderungen in anderen Ortsteilen?

Wie schon gesagt: Wir müssen auch in den Bauerschaften begrenzte Baumöglichkeiten für Folgegenerationen bieten und das ländliche Wegenetz den Erfordernissen der modernen Landwirtschaft anpassen. Dazu werden wir überlegen müssen, wie wir das gerecht und finanziell darstellen können.

Ab wann geht bei Ihnen der Kommunalwahlkampf los?

Wahlkampf ist ständig, wir würden uns freuen, wenn unsere Bürger mit Interesse die Entscheidungen im Rathaus verfolgen und dabei sehen, wie sich verschiedene Fraktionen und Ratsmitglieder verhalten. Auch wenn die meisten Entscheidungen im Konsens getroffen werden, so gibt es doch, bei aufmerksamer Beobachtung erkennbar, auch Unterschiede. Schön wäre es, wenn vermehrt auch junge Bürger die Bedeutung der Entscheidungen im Rathaus, die diese für ihr Leben in der Gemeinde haben, erkennen würden und somit auch das eigene Engagement in der Politik steigern würde. SPD-Ratsmitglieder sind im Übrigen jederzeit ansprechbar, um Probleme von Bürgern aufzugreifen und, wenn möglich, auch zu lösen.