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Schälmühlenwerk in Groß Ippener Zehn-Millionen-Investition in Haferflockenmühle

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 03.12.2016, 10:50 Uhr

Harries baut in Groß Ippener für zehn Millionen Euro eine Haferflockenmühle. Bürgermeister Herwig Wöbse freut sich auf einen „Leuchtturm für die Gemeinde“.

Innerhalb von zwei Wochen ist im Gewerbegebiet Groß Ippener ein Betonsilo mehr als 30 Meter in die Höhe gewachsen. Er wird zum Kernbauwerk einer Getreidemühle für die Firma Harries Schälmühlenwerk. „Ein Stockwerk kommt noch drauf“, berichtet Geschäftsführer Florian Harries. Am Ende wird das Silogebäude über 40 Meter hoch sein, die aufgesetzten Schornsteine für die Filtertechnik gar nicht mitgerechnet.

Ab September 2017 in Betrieb

„Im August oder September 2017 ist alles fertig, wenn kein allzu harter Winter die Bauarbeiten lahmlegt“, ergänzt Betriebsleiter Stefan Hopmann. Bis zur Aufnahme des Betriebs werden neben dem Silo noch Gebäudeteile für die Anlieferung von Getreide und die Abfuhr verarbeiteter Produkte sowie ein Sozialgebäude errichtet. Das auf dem 9000-Quadratmeter-Grundstück an der Robert-Bosch-Straße vorhandene Betriebsgebäude wird für die Verarbeitung, Lagerung und Verwaltung hergerichtet.

Hafer als Geschäftsgrundlage

Wenn die Produktion, wie geplant, im Sommer 2017 anläuft, wird bei Harries vor allem Hafer zu zarten Flocken oder zum Aufpoppen für Cerealien verarbeitet. Das in der Region nur noch selten angebaute und deshalb zu 80 Prozent aus Skandinavien und den baltischen Staaten importierte Getreide füllt die Auftragsbücher zu 80 Prozent. Hinzu kommen zehn Prozent Gerste und weitere zehn Prozent andere Getreidearten wie Weizen, Dinkel und Triticale. Der Saisonartikel Hafergrütze für die Pinkel zum Grünkohl und für Knipp rauscht von Oktober bis März in die Säcke und Bigpacks. Die Schlachter des Nordens sorgen für fünf Prozent des Umsatzes.

Mindestens 20 Arbeitsplätze in Vollzeit

In der Bauphase ist das Harries Schälmühlenwerk ein Zwei-Mann-Betrieb, bestehend aus dem Geschäftsführer und dem Betriebsleiter. Wenn die Produktion läuft, sollen nie weniger als 20 Vollzeit-Mitarbeiter beschäftigt sein. Dazu hat sich die neu gegründete Firma auf 20 Jahre verpflichtet, als ihr ein Zwei-Millionen-Zuschuss des Landes Niedersachsen für die Investitionen zugesprochen wurde. „Ich bin guter Dinge, dass wir die Produktion im Laufe der Jahre ausweiten können“, blickt Harries nach vorn. Ausbildung von Kaufleuten für den Groß- und Außenhandel, von Müllern und Fachkräften für die Lagerlogistik ist Bestandteil des Betriebskonzepts.

Leuchtturm für die Gemeinde

„Wir freuen uns über ein Familienunternehmen, das hier investiert und sich für Jahrzehnte an den Standort bindet“, sagt Stefan Pleus, der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Ippener. Herwig Wöbse, Bürgermeister der Samtgemeinde Harpstedt, ergänzt, die Mühle sei ein Leuchtturm, von der Autobahn 1 aus schon von weitem zu sehen.“ Die Kreuzung vor dem Werk in Moordeich werde seit Jahrzehnten von jedermann Haferflockenkreuzung genant. „Vielleicht heißt es bei uns ja bald Haferflocken-Ausfahrt“, blickt Wöbse voraus.