Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Schafe beweiden Gräberfeld Hunger blökender Landschaftspfleger rettet Heide

Von Reiner Haase | 10.04.2015, 20:26 Uhr

Moorschnucken werden zur Beweidung aufs Pestruper Gräberfeld geschickt. Zum Schutz vor dem Wolf werden sie nachts in den Schafkoben des Heimatvereins Düngstrup getrieben.

Die hellen, langwolligen Diepholzer Moorschnucken beleben seit einigen Tagen das noch recht triste Pestruper Gräberfeld. Eine Jährlingsherde von 110 Schafen ist zur Frühjahrsbeweidung im Auftrag des Forstamtes Ahlhorn eingetroffen.

Die Schafe werden als Landschaftspfleger auf Zeit eingesetzt. Sie halten aufkommende Sträucher und das Gras kurz, sodass das typische Heide-Bild erhalten bleibt. „Die Pflege der Heide wird wieder mit einer Schafschur am Sonntag, 17. Mai, beendet, zu der wir jetzt schon einladen“, sagt Revierförster Heiner Brüning aus Barnstorf, der den Einsatz der Schafe auf dem Gräberfeld koordiniert.

Zum Schutz vor dem Wolf nachts in den Stall

Nachts werden die Schafe im Koben des Heimatvereines Düngstrup untergebracht: Das schützt, sollte sich noch einmal ein Wolf nach Wildeshausen verirren. Brüning erinnert Hundespaziergänger an die Leinenpflicht auf dem Gräberfeld, die jetzt zum Schutz der Schafe und der Bodenbrüter von besonderer Bedeutung ist.

Die knapp 40 Hektar große Heidefläche des Pestruper Gräberfeldes gehört zu den Niedersächsischen Landesforsten und wird seit 2007 zweimal im Jahr beweidet. Davor ging die Heide durch Überalterung, durch das Vorkommen des Heideblattkäfers und das massenhafte Aufkommen von Gras massiv zurück.

Der Einsatz der hornlosen Diepholzer Moorschnucken aus der fast tausendköpfigen Herde des Schäferhofes Teerling aus Wagenfeld-Ströhen war damals die Rettung für die bedrohte Heide, die sich seitdem deutlich ausgebreitet hat. Mäher können hier nicht eingesetzt werden, weil das Naturschutzgebiet wegen der gut 500 Grabhügel gleichzeitig ein archäologisches Denkmal und Grabungsschutzgebiet ist.